Doktorarbeit: Referenzialität, Prädikation und die Struktur der Nominalphrase

Referenzialität, Prädikation und die Struktur der Nominalphrase

Kontrastierung artikelloser nominaler Prädikate und Indefinita in Kopulasätzen im Deutschen

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 163

Hamburg , 294 Seiten

ISBN 978-3-8300-5963-9 (Print)
ISBN 978-3-339-05963-5 (eBook)

Rezension

[...] Sehr überzeugend herausgearbeitet [...] sind die semantischen Bedingungen, denen Bare Predicates unterliegen, etwa hinsichtlich Temporalität, Aspektualität, Graduierbarkeit und Modifikation sowie der Rollen- und Funktionslesart (präsentational vs. evaluativ/metaphorisch), die Hallab in der An- bzw. Abwesenheit des Artikels und somit auf der syntaktischen Ebene verankert sieht. Mit der vorl. Publikation wird so eine empfindliche Forschungslücke geschlossen.
in: Germanistik, 2014, Band 55, Heft 1-2

Zum Inhalt

Das Deutsche als Artikelsprache erlaubt bloße nominale Prädikate als Komplemente der Kopula ebenso wie es Indefinita in dieser Position erlaubt (Bsp. Peter ist [Ø Lehrer] – Peter ist [ein Lehrer]).

Es wurde bis dato gemeinhin angenommen, dass es sich in beiden Fällen um Prädikate handelt, die sich daher auf der logischen Schnittstelle, bzw. in ihrer Interpretation nicht voneinander abgrenzen lassen. In der Konsequenz musste also entweder angenommen werden, dass der indefinite Artikel in diesen Fällen „funktionslos“ als pleonastisches Element fungiert. In dieser Studie sollen den zu beobachtenden Asymmetrien zwischen den artikellosen Singularen und den Indefinita in prädikativer Position aus syntaktischer wie semantischer Perspektive Rechnung getragen werden.

Dabei wird vor allem der Fokus auf die Eigenschaften der artikellosen nominalen Prädikate gelegt. Da sich diese nominale Klasse sprachübergreifend als recht überschaubar erweist, wurde in der Forschung die Frage nach den entsprechenden Lizensierungskriterien und den damit verbundenen Funktionen und Eigenschaften im Allgemeinen ziemlich vernachlässigt. Vielmehr wurde das Vorkommen artikelloser Singulare als Idiosynkrasie abgetan.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den artikellosen Prädikaten für das Deutsche findet höchstens im Rahmen von Untersuchungen zu allgemeinen Prädikationsstrukturen oder zur Kopula statt; die Eigenschaften, die spezifische Interpretation, die interne Struktur der nominalen Prädikate selbst und vor allem die Frage nach der Systematik und Produktivität dieser Strukturen wurde dabei weitestgehend vernachlässigt.

Vor dem Axiom der Systematik und Produktivität von Sprache wird ein Mindestmaß an Kompositionalität in allen modernen linguistischen Theorien angenommen. Nimmt man das Kompositionalitätsprinzip ernst, so muss man sich zwangsläufig die Frage stellen, weshalb Artikelsprachen wie das Deutsche in bestimmten Konfigurationen mit bestimmten Lesarten artikellose Prädikate erlauben und wieso die Opposition zwischen artikellosen und vollen Nominalphrasen in diesen Strukturen zu finden ist.

Mit diesem Ausgangspunkt setzt sich diese Untersuchung zum Ziel die artikellosen Nominalphrasen mit Indefinita in Kopulasätzen und verwandten Kontexten zu kontrastieren und die wesentlichen Aspekte ihrer syntaktischen und semantischen Eigenschaften unter gegenseitigem Bezug herauszuarbeiten und diese kompositionell abzuleiten.

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