Habilitationsschrift: Der Einfluß temporaler Erwartung auf das Erleben einer kurzen Wartesituation

Der Einfluß temporaler Erwartung auf das Erleben einer kurzen Wartesituation

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 155

Hamburg 2010, 166 Seiten
ISBN 978-3-8300-5324-8 (Print & eBook)

Adaptationsniveau, Assimilation, Bewertung, Habilitation, Psychologie, subjektive Wartezeit, Warten, Zeiterleben, zeitliche Erwartung

Zum Inhalt

Warten ist ein Thema, das in der Psychologie zunehmend Beachtung findet. Vor allem aus den Reihen der Marktforscher kamen wichtige Impulse dafür, das Warten als Objekt empirisch-sozialwissenschaftlicher Forschung zu betrachten. Im Zuge der empirischen Erforschung des Wartens wurden zahlreiche Faktoren gefunden, die einen Einfluss auf das Erleben einer Wartesituation haben. Die Wirkung einiger dieser Faktoren ist mittlerweile gut belegt; so führt das Ablenken vom eigentlichen Warten häufig dazu, dass die Wartezeit als kürzer erfahren wird als wenn nicht abgelenkt wird. Ein weiterer Faktor, der das Erleben von Wartezeiten zu beeinflussen scheint, ist die Erwartung über die voraussichtliche Dauer des Wartens. Die Befundlage ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings nicht widerspruchfrei; es fehlen bislang Studien, die Erwartungen systematisch verändert und den Effekt dieser Variation auf das Warten geprüft haben.

Oft wird eine als kurz erlebte Wartezeit auch als angenehmer empfunden als eine als lang erlebte Wartezeit. Oft – aber nicht immer. Wiederholt wurde in Untersuchungen festgestellt, dass subjektive Wartezeit und die Bewertung des Wartens nur schwach miteinander zusammenhängen oder dass lange Wartezeiten positiv bewertet und kurze Wartezeiten negativ bewertet werden. Wovon das im einzelnen abhängt, ist beim derzeitigen Stand der Forschung noch nicht auszumachen. Warten, soviel ist sicher, ist ein vielschichtiges Phänomen. Die Effektivität von Wartezeitmanagement, also von der Verbesserung des subjektiven Befindens in unvermeidbaren Wartesituationen, ist davon abhängig, inwieweit die Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen, das Erleben von Warten beeinflussenden Faktoren erkannt werden. Diese Untersuchung soll als Teil dieses Forschungsauftrags verstanden werden.

In dieser Studie werden zunächst das Warten und seine Bestimmungsstücke analysiert. Es folgt eine detaillierte Betrachtung derjenigen Wirkfaktoren, die das Erleben von Warten nachweislich verändern können. Schließlich werden drei Experimente berichtet, die der Autor dieser Studie durchgeführt hat, um den Einfluss zeitlicher Erwartung auf das Erleben einer kurzen Wartesituation zu prüfen.



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