Dissertation: Kritik und Poesie – Der portugiesische Filmautor João Botelho

Kritik und Poesie – Der portugiesische Filmautor João Botelho

Mit CD-ROM

Autorenkino, Distanz, Filmästhetik, Filmgeschichte, Filmtheorie, Filmwissenschaft, Intermedialität, João Botelho, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Lusitanistik, Medienwissenschaft, Nationale Identität, Poesie, portugiesische Geschichte, Portugiesischer Film, Verfremdung

Zum Inhalt

João Botelho ist der beständigste und meistbeachtete portugiesische Filmemacher seit Manoel de Oliveira. Er gilt als ein wahrer Chronist seines Landes – sein Werk, aus der Zeit zwischen 1977 und 2008, umfasst mitt­ler­weile zwölf lange Spielfilme sowie zahlreiche Kurz- und Do­ku­men­tar­filme und bildet sowohl die portugiesische Film- als auch die Zeit­ge­schich­te des Landes ab wie kein zweites.

Der Verfasser nähert sich dem komplexen und schillernden Œuvre Bo­tel­hos auf mehreren Wegen an: In einem ersten Teil zeichnet er die Ent­wicklung der portugiesischen Kinematographie seit den 1950er Jahren nach – in einer Art Parallelmontage wird hier die Filmgeschichte Portugals mit dem Lebens- und Schaffensweg Botelhos verknüpft. Zentrale Themen sind hier kulturelle, ökonomische und politische Aspekte der por­tu­gie­sisch­en Filmproduktion, die Struktur der Filmförderung, das Verhalten der portugiesischen Kinogänger, und das Ansehen des portugiesischen Films in Portugal wie im Ausland. In einem zweiten Teil werden die the­ma­ti­schen Konstanten der Filme Botelhos vorgestellt, der mit seinem fil­misch­en Œuvre den portugiesischen Kulturraum in großer thematischer Breite abdeckt: vom Ende Portugals als Seefahrernation über die modernistische Literatur des frühen 20. Jahrhunderts, die Kolonialkriege, die Nel­ken­re­vo­lu­ti­on, den schwierigen Weg der europäischen Integration des Landes bis hin zu aktuellen Korruptionsskandalen in der portugiesischen Fußballliga. Die kritische Durchleuchtung der portugiesischen Alltagswirklichkeit ge­hört erklärtermaßen zu Botelhos Anliegen.

Im anschließenden Hauptteil untersucht der Verfasser die formalen Cha­rak­te­ris­ti­ka der Filme Botelhos, stellt das Werk in einen größeren film­his­to­risch­en Kontext, zeigt Einflüsse und Querverbindungen auf und cha­rak­te­ri­siert es schließlich als höchst anspruchsvolles Kino, das einem "poe­tischen Diskurs" den Vorzug gibt gegenüber einer rein narrativ aus­ge­rich­teten Art und Weise filmischen Erzählens.

Mit seinen zahlreichen Abbildungen (sw im Text und farbig auf bei­ge­füg­ter CD-Rom), filmographischen Angaben sowie einer ausführlichen kom­men­tier­ten Filmographie richtet sich die Monographie nicht nur an Film­wis­sen­schaftler und Lusitanisten, sondern auch an Kinogänger und Por­tu­gal­interessierte.



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