Dissertation: Die Dynamisierung organisationaler Kompetenzen

Die Dynamisierung organisationaler Kompetenzen

Eine kritische Rekonstruktion und Analyse der Dynamic Capability-Debatte

Strategisches Management, Band 66

Hamburg 2009, 334 Seiten
ISBN 978-3-8300-4130-6 (Print), ISBN 978-3-339-04130-2 (eBook)

Betriebswirtschaftslehre, Dynamic Capabilities, Dynamische Kompetenzen, Evolutionsökonomie, Kompetenzmonitoring, Organisationale Kompetenzen, Organisationale Verfestigungen, Ressourcenbasierter Ansatz

Zum Inhalt

Die Vorstellung, dass Kompetenzen eine zentrale Rolle für den dauerhaften Erfolg von Unternehmen spielen, ist in der Management- und Organisationslehre stark verankert, hat aber in den letzten Jahren eine Schwerpunktverlagerung in Richtung einer Dynamisierung von Kompetenzen erfahren. Besonders hervorstechend ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung eines neuen Kompetenzkonzepts: die „Dynamic Capabilities“. Die Heilformel zur Erklärung von Erfolgsunterschieden von Unternehmen in immer dynamischeren und komplexeren Umwelten lautet hier, „Dynamik mit Dynamik“ zu begegnen. Gleichzeitig besteht über die genaue Ausprägung von dynamischen Kompetenzen noch verhältnismäßig wenig Klarheit.

Dieses Buch widmet sich dieser noch verhältnismäßig jungen Idee der dynamischen Kompetenzen und rekonstruiert diese neue Strömung in ihren verzweigten Charakteristika, setzt diese einer kritischen Analyse aus und entwickelt auf dieser Grundlage einen eigenen konzeptionellen Entwurf zur Dynamisierung von Kompetenzen. Im Ergebnis zeigt sich, dass die „Dynamic-Capability“-Debatte überraschenderweise einen zentralen Aspekt kompetenzbasierten Verhaltens übersieht: nämlich das kompetenzinhärente Risiko, in eine Erfolgsfalle zu geraten und Unternehmen damit in eine äußerst schwierige Situation zu bringen.

Im Einzelnen werden folgende Aspekte behandelt:

- Präzisierung der Konzeption organisationaler Kompetenzen als sozial komplexe Muster

- Darlegung von Anschlüssen und Grenzen zu verwandten Konzepten (Knowing, Praktiken , Sinnmodelle, Kreativität etc.)

- Paradoxien organisationaler Kompetenzen und das daraus resultierende „Crowding-out“ explorativer Lernprozesse (z.B. Commitment, Pfadabhängigkeit, strukturelle Trägheit)

- Die Darlegung der Basislogik der derzeit vorliegenden „Dynamic-Capability“-Konzeptionen (z.B. Ad-hoc Problemlösen, Innovationsroutinen, Flexible Routinen) und die Markierung deren Stärken und Schwächen

- Die Entwicklung eines alternativen Kompetenzmonitoring-Modells mit Anschlüssen zur Systemtheorie, zu institutionellem Entrepreneurship und organisationalem Wandel

Die Studie besticht durch prägnante Darstellungen und ein eine beeindruckende interdisziplinäre Reichweite. Zahlreiche Beispiele illustrieren das Gemeinte und tragen zum Verständnis der Problematik bei.



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