Doktorarbeit: Frauenstationen in der Psychiatrie

Frauenstationen in der Psychiatrie

Evaluation der Umstellung einer gemischtgeschlechtlichen, akutpsychiatrischen Station auf eine Frauenstation

Studien zur Psychiatrieforschung, Band 14

Hamburg 2008, 304 Seiten
ISBN 978-3-8300-3847-4 (Print & eBook)

Akutpsychiatrie, Frauenforschung, Frauenstation, Gemischtgeschlechtliche Station, Gesundheitswissenschaft, Gleichgeschlechtliche Station, Medizin, Psychiatrie, Psychologie

Zum Inhalt

Bis Mitte der siebziger Jahre war in Deutschland der Großteil psychiatrischer Stationen gleichgeschlechtlich belegt. Ausgehend von den Empfehlungen der Psychiatrie-Enquete 1975 sind heute sowohl in psychiatrischen Kliniken als auch in psychiatrischen Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern überwiegend gemischtgeschlechtliche Belegungen zu finden, getrenntgeschlechtliche Stationen bilden die Ausnahme. Dennoch wird die Diskussion zum Thema „getrennt- oder gemischtgeschlechtliche Stationen“ kontrovers geführt.

Einzelne Gruppen fordern die Erhaltung bzw. die Wiedereinführung von Frauenstationen. Umfrageergebnisse belegen, dass sich ca. ein Drittel der Psychiatriepatientinnen die Behandlung auf einer Frauenstation wünscht. In England wurden mit Unterstützung des staatlichen Gesundheitssystems bereits in den 90er Jahren wieder Frauenstationen in der Akutpsychiatrie eingerichtet, was bei Patientinnen und psychiatrischen Organisationen auf große Akzeptanz gestoßen ist. Angesichts dieser Ergebnisse stellt sich die Frage, ob auch in Deutschland für akutpsychiatrische Patientinnen durch Frauenstationen eine Verbesserung der stationären Behandlung im Sinne der Befindlichkeit erreicht werden kann?

Die Möglichkeit der empirischen Überprüfung dieser Überlegungen ergab sich durch die Einrichtung einer Frauenstation im Bezirksklinikum Regensburg. Zum Thema Frauenstationen sind lediglich Studien bekannt, die nur einen kleinen Teilbereich der stationären Behandlung untersuchen. Die Autorin hingegen versucht, möglichst viele Aspekte der stationären Therapie zu erheben, um das komplexe Versorgungssystem einer psychiatrischen Frauenstation besser bewerten zu können. Zu diesem Zweck wurde ein Untersuchungsdesign zusammengestellt, das viele verschiedene Gesichtspunkte der stationären Behandlung erfasst und unterschiedliche Datenquellen auswertet. Eine Forschungsarbeit mit einem vergleichbar groß angelegten Untersuchungsplan für eine Frauenstation ließ sich im Recherchezeitraum nicht finden.

Darüber hinaus werden in diesem Buch die geschlechtsspezifischen Unterschiede etlicher psychischer Störungen beschrieben und verschiedene Überlegungen bezüglich einer frauengerechten stationären Behandlung in der Psychiatrie dargestellt.



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