Dissertation: Der deutschsprachige Rechtssatz: Untersuchungen zu seinen syntaktisch-semantischen Charakteristika im deutschen Strafgesetzbuch

Der deutschsprachige Rechtssatz: Untersuchungen zu seinen syntaktisch-semantischen Charakteristika im deutschen Strafgesetzbuch

Ein Beitrag zur deutschen Fachsprache als Sprachenbrücke im vereinten Europa

Schriften zu Mittel- und Osteuropa in der Europäischen Integration, Band 4

Hamburg 2006, 200 Seiten
ISBN 978-3-8300-2586-3 (Print), ISBN 978-3-339-02586-9 (eBook)

Europa, Fachsprache, Gesetzessprache, Jura, Politikwissenschaft, Rechtssatz, Rechtssprache, Semantik, Syntax, Textlinguistik

Zum Inhalt

Das Thema der Dissertation geht aus dem aktuellen Bedarf an einer tieferen theoretischen Auseinandersetzung mit den deutschen Fachsprachen an tschechischen universitären Einrichtungen hervor. Die ausgewählte Fachsprache ist dabei die Gesetzessprache als ein textsorte-bedingter Bestandteil der deutschen Rechtssprache. Die untersuchte Quelle ist das deutsche Strafgesetzbuch (Kombination seiner Ausgaben aus den Jahren 2002 und 2005).

Die Autorin zeigt auf, welche inhaltlichen Anforderungen an so eine konkrete Gesetzesquelle gestellt werden und wie diese Anforderungen die verwendeten sprachlichen Mittel beeinflussen. Die untersuchte Basiseinheit bildet dabei der Rechtssatz als Versprachlichung der Rechtsnorm mit seinen zwei Bestandteilen Tatbestand und Rechtsfolge. Der Tatbestand wird dabei als Zusammenfassung aller eine potentielle Straftat charakterisierenden Merkmale betrachtet. Die Rechtsfolge umfasst dann die Höhe und Art der Strafe. Aufgrund der inneren Gliederung des Strafgesetzbuches wird diese Struktur vor allem im Besonderen Teil dieses Gesetzbuches gefunden.

Die sprachliche Analyse umfasst die syntaktische, semantische und textlinguistische Untersuchung der Tatbestand-Rechtsfolge-Relation. Es werden alle syntaktischen Möglichkeiten der Äußerung beider Teile dieser Relation analysiert und kommentiert. Die Autorin beschäftigt sich damit, welche der Möglichkeiten den anderen bevorzugt werden und warum, d.h. wodurch sie der erwünschten Semantik des Strafgesetzbuches besser entgegenkommen als die anderen. Dabei werden auch ergänzende Probleme wie die Modifizierungen der semantischen Charakteristik des Täters betrachtet. Die textlinguistische Sichtweise erscheint in der Studie vor allem dort, wo es um die Bedeutung der Kohärenzmittel und des Kontextes bei der Erweiterung der Tatbestand-Rechtsfolge-Relation insbesondere innerhalb der einzelnen Paragraphen geht.

Das Buch schafft eine nützliche Verbindung der formalen und inhaltlichen Analyse der ausgewählten Quelle. Dadurch wird den Jura- und Germanistik-Studenten, bzw. Juristen und Sprachwissenschaftlern das Zusammenspiel von sprachlichen Mitteln und dem durch sie zu äußernden Inhalt vorgestellt, dessen Kenntnis ihnen hilft, sich mit dem komplexen Aufbau der Quelle schneller vertraut zu machen. Außerdem werden die Leser auf praktische Probleme aufmerksam gemacht, z.B.: Welchen konkreten Einfluss haben die einzelnen syntaktischen Konstruktionen auf die Interpretation der Paragraphen oder welche sprachlichen Mittel tragen statt zur Präzision eher zur Unübersichtlichkeit und Unklarheit bei.

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