Doktorarbeit: Die Gestaltung von Merkmalen des Arbeitssystems und ihre Auswirkungen auf Beanspruchungsprozesse

Die Gestaltung von Merkmalen des Arbeitssystems und ihre Auswirkungen auf Beanspruchungsprozesse

Schriften zur Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, Band 16

Hamburg 2005, 222 Seiten
ISBN 978-3-8300-1783-7 (Print), ISBN 978-3-339-01783-3 (eBook)

Arbeitspsychologie, Autonomie, Beanspruchung, Belastung, Handlungsregulation, Kontrolle, Psychologie, Soziotechnischer Systemansatz

Zum Inhalt

Heute ist die technische Gestaltung von Organisationssystemen nur ein Teil eines komplexen Gestaltungsprozesses. Neben der Mensch-Maschine-Interaktion ist in soziotechnischen Systemen die Gestaltung von individuellen Tätigkeiten sowie von Gruppenaktivitäten inklusive der Schnittstellenprozesse zu berücksichtigen. Fertigungsplaner können derzeit mit softwaregestützten Bewertungsmethodiken in frühen Phasen der Projektierung auf der Ebene individueller Arbeitstätigkeiten Risikoabschätzungen über mögliche Fehlbeanspruchungen (vgl. DIN EN ISO 10 075) simulieren und berücksichtigen.

In der vorliegenden Studie wird eine Methodik vorgestellt, die darüber hinaus Kenngrößen auf der Ebene des Arbeitssystems erfasst. Auf der Grundlage des soziotechnischen Systemansatzes wird die Regelkapazität (Stabilisierung vorgegebener Produktionsziele) und die Steuerkapazität (Autonomie zur Veränderung vorgegebener Ziele) von Organisationseinheiten in ihrer Funktion zur Bewältigung der permanent in flexiblen Arbeitssystemen auftretenden organisationalen, personalen und technischen Veränderungen sowie damit verbundenen operationalen Unsicherheiten betrachtet.

Für 61 Arbeitssysteme mit insgesamt 134 Arbeitstätigkeiten und mehr als 500 Beschäftigten sind die Zusammenhänge zwischen Komponenten der operationalen Unsicherheit, Systemanforderungen sowie den individuellen Beanspruchungsfolgen der Beschäftigten ermittelt worden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die in der DIN EN ISO 10 075 definierten Beanspruchungsfolgen sowohl durch Tätigkeitsmerkmale als auch durch soziotechnische Systemvariablen beschrieben werden können. Da es sich vorwiegend um personenunabhängige, technisch-organisatorische Merkmale handelt, bietet sich das Modell vor allem für die Projektierung neuer Arbeits- und Organisationsformen an. Damit kann das Blickfeld von Arbeitsgestaltern und Fertigungsplanern hinsichtlich der Gestaltung beanspruchungsoptimaler Arbeitsbedingungen erweitert werden.



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