Doktorarbeit: Qualitätsplanung und -evaluation in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Qualitätsplanung und -evaluation in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Ein Entwurf zur Erstellung von Einrichtungskonzeptionen

Sozialpädagogik in Forschung und Praxis, Band 8

Hamburg , 364 Seiten

ISBN 978-3-8300-1271-9 (Print)

Rezension

[...] sind viele MitarbeiterInnen gerade in kleineren Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit auf der Suche nach Lösungen, wie sie den Anforderungen von Politikern nach Vergleichbarkeit und Effizienz ("Wirksamkeitsdialog") gerecht werden und gleichzeitig die Bedeutung ihrer pädagogischen Arbeit verdeutlichen können. Hier kann das Buch eine große Hilfe sein [...]

Zum Inhalt

In dem vorliegenden Buch wird der Versuch unternommen, nach wissenschaftlichen Kriterien eine praxisnahe und anwendbare Form der Qualitätsplanung und –evaluation für die Erstellung von pädagogischen Einrichtungskonzeptionen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln.

Dabei werden vor allem zwei Aspekte besonders berücksichtigt: zum einen wird versucht, eine explizit „pädagogische“ Qualitätsplanung zu entwickeln, d.h. es geht darum, die gesetzlichen Aufgaben und die pädagogischen Ansätze, welche die Grundlage für Offene Arbeit bilden, in den Mittelpunkt der Betrachtung dieses Tätigkeitsbereiches unter Qualitätsaspekten zu rücken. Zum anderen geht es bei der Entwicklung einer Qualitätsplanung um die direkte Konfrontation mit den Qualitätsbestimmungen der DIN-EN-ISO-Normen, der wissenschaftlichen Qualitätslehre sowie insbesondere dem „Total Quality Management“-Ansatz. Die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Frage, inwieweit Offene Kinder- und Jugendarbeit überhaupt mit den in diesen Ansätzen vertretenen Vorstellungen beschrieben werden kann, welche Folgerungen sich daraus ergeben und wie dann die Qualitätsprüfungen aussehen könnten, ist der wohl interessanteste Aspekt dieser Arbeit.

Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, daß eine allumfassende Kritik an diesen Steuerungs- und Qualitätsvorstellungen unangebracht ist. Gemäß der Einschätzung des Autors enthalten die o.g. Konzepte durchaus Aspekte, deren Umsetzung sich auch für pädagogische Kontexte lohnen. Ebenso soll aber auch deutlich gemacht werden, wo die strukturellen Unterschiede zwischen Offener Kinder- und Jugendarbeit und kommerziellen Dienstleistungen sowie zwischen pädagogischen und technologischen Ansätzen liegen.

Die Essenz der hier vorliegenden Arbeit für die weitere Qualitätsdebatte in pädagogischen Kontexten ist, daß die Pädagogen die Spezifika, die praktischen Möglichkeiten und Grenzen sowie die strukturell und ethisch notwendige Funktion ihrer Arbeit deutlich machen müssen. Der sozialpolitisch durchaus gerechtfertigten Forderung nach Transparenz der kommunalen Leistungen als Grundlage für die Entwicklung einer sinnvollen Gesamtsteuerung der Kinder- und Jugendhilfe kann man allein mit pädagogischen Postulaten nicht begegnen – die Zeit des Ausbaus von wohlfahrtsstaatlichen Leistungen nach dem Gießkannenprinzip ist nach Einschätzung des Autors vorbei.

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