Doktorarbeit: Demokratisches Denken in der Weimarer Nationalversammlung

Demokratisches Denken in der Weimarer Nationalversammlung

Rechtsgeschichtliche Studien, Band 4

Hamburg 2002, 272 Seiten
ISBN 978-3-8300-0666-4 (Print)

Demokratieforderungen, Hugo Preuß, Parteien, Rätefrage, Rechtsgeschichte, Rechtswissenschaft, Verfassungsgeschichte, Weimarer Reichsverfassung, Weimarer Republik

Zum Inhalt

Im Jahr 1919 stand der Verfassungsgeber vor einer schwierigen Aufgabe. Es galt, dem Deutschen Reich erstmalig eine Verfassung auf demokratischer Grundlage zu geben. Wie aber stellte sich der Verfassungsgeber eine Demokratie vor? Und wie wurden die demokratischen Vorstellungen in die Weimarer Reichsverfassung eingearbeitet? Dies ist umso interessanter, als die am Ende der Verfassungsberatungen vom Präsidenten der Nationalversammlung selbst bezeichnete „demokratischste Demokratie der Welt“ gerade einmal 14 Jahre Bestand hatte.

In der Forschung ist die Arbeit der Weimarer Nationalversammlung bislang kaum beachtet worden. Das Ende der Weimarer Republik stand bislang im Mittelpunkt der Forschung, nicht aber der Anfang der ersten deutschen Republik. Bei diesem Forschungsdefizit setzt die vorliegende Arbeit an. Sie bietet einen umfassenden Überblick zur Tätigkeit der Nationalversammlung. Schwerpunkt dabei liegt insbesondere bei der Arbeit des Verfassungsausschusses der Nationalversammlung.

Doch beschränkt sich die vorliegende Arbeit nicht allein auf die Tätigkeit des Weimarer Verfassungsgebers. In einem umfangreichen ersten Teil wird demokratisches Denken im Vorfeld der Nationalversammlung dargestellt. Zunächst werden die demokratischen Forderungen der politischen Parteien seit Ende des Ersten Weltkrieges näher beleuchtet. Daneben wurde auch die demokratische Relevanz der Rätebewegung 1918/19 gewürdigt. Schließlich werden die Verfassungsarbeit Hugo Preuß‘, seine Verfassungsentwürfe und die Grundlagen seines Demokratieverständnisses dargestellt.

Die Arbeit ist quellennah und quellenorientiert. Es wurden unveröffentlichte Quellen aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz und insbesondere aus dem Bundesarchiv herangezogen. Einige der berücksichtigten Quellen wurden im Rahmen dieser Arbeit erstmalig eingesehen.

Insgesamt ist es Ziel dieser Arbeit, ein Forschungsdefizit zu verringern und einen Beitrag zur deutschen Verfassungsgeschichte zu leisten.



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