Doktorarbeit: Irrelevant Sound Effekt

Irrelevant Sound Effekt

Auswirkungen gruppierter Hintergrundschalle auf die serielle Behaltensleistung

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 77

Hamburg 2001, 209 Seiten
ISBN 978-3-8300-0314-4 (Print)

Gedächtnispsychologie, Kognitive Psychologie, Lärm, Lernpsychologie, Modalitätspezifischer Gruppierungseffekt, Working Memory

Zum Inhalt

Die vorliegende Arbeit zum Irrelevant Speech bzw. Sound Effekt beschäftigt sich mit den Auswirkungen gruppierter, sprachlicher und nichtsprachlicher Hintergrundschalle auf die Lernleistung.

Inhaltlich ist sie demnach der Allgemeinen Psychologie zuzuordnen. Der Theorieteil der Arbeit liefert einen umfassenden Überblick über den Irrelevant Sound Effekt und den Modalitätsspezifischen Gruppierungseffekt. Der Begriff „Irrelevant Sound Effekt“ bezeichnet die Beeinträchtigung der seriellen Behaltensleistung durch störenden Hintergrundlärm, der für die eigentliche Lernaufgabe ohne Bedeutung ist. Der „Modalitätsspezifische Gruppierungseffekt“ besagt, daß auditiv dargebotenes Lernmaterial leichter behalten wird, wenn das Material durch Pausen, einen Sprecherwechsel oder Betonungen segmentiert wird.

In dieser Arbeit werden Erklärungsansätze und Theorien (u.a. Working Memory Modell von Baddeley, Feature Modell von Nairne, Perzeptuelle Gruppierungshypothese von Frankish), die in der wissenschaftlichen (Gedächtnis-) Literatur derzeit kontrovers diskutiert werden, dargelegt und kritisch bewertet. Im experimentellen Teil der Arbeit wird der Einfluß von durch Pausen, Betonungen und Stimm- bzw. Frequenzänderungen gruppierten Hintergrundschalle auf die serielle Behaltensleistung visuell präsentierter Konsonanten und Ziffern untersucht. Fragestellung und Hypothesen leiten sich von Frankishs Befunden zum Modalitätsspezfischen Gruppierungseffekt ab.

Ziel der Arbeit ist es, einen Zusammenhang zwischen den für die Beeinträchtigung der Behaltensleistung verantwortlichen Schallmerkmalen und den zur Behaltensförderung notwendigen Schallstrukturen herzustellen. Die Untersuchungen überprüfen zudem den Gültigkeitsbereich des zur Erklärung des Irrelevant Sound Effekts häufig herangezogenen Object-Oriented Episodic Record Modells von Dylan Jones. Aufgrund der Befunde der vorliegenden Arbeit läßt sich anzweifeln, daß dieses Gedächtnismodell das Zustandekommen eines Irrelevant Sound Effekts erklären kann. Die experimentellen Befunde legen alternative Erklärungen nahe und lassen interessante Rückschlüsse auf die Funktionsweise des menschlichen Arbeits- bzw. Kurzzeitgedächtnisses zu.



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