Doktorarbeit: Fristentransformation durch Banken

Fristentransformation durch Banken

Eine theoretische Analyse sowie eine empirische Untersuchung der Laufzeitstruktur im Bankgeschäft

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 230

Hamburg , 250 Seiten

ISBN 978-3-339-13050-1 (Print)
ISBN 978-3-339-13051-8 (eBook)

Zum Inhalt deutsch english

Aus ökonomischer Sicht agieren Banken als Finanzintermediäre, die entgegengesetzte Interessen zwischen Kapitalüberschuss- und Kapitaldefiziteinheiten (Sparern und Schuldnern) in Einklang bringen. Nach dem Prinzip der Fristentransformation bieten Banken zeitlich flexible Einlagenkontrakte an und reichen die hierüber generierten Mittel im Rahmen ihres Kreditgeschäfts längerfristig weiter. Während Fristentransformation einerseits eine volkswirtschaftlich wünschenswerte Funktion erfüllt, besteht für Banken als Anbieter einer solchen Transformationsleistung ein betriebswirtschaftlicher Anreiz. In einem üblichen wirtschaftlichen Umfeld verläuft die allgemeine Zinsstrukturkurve steigend, wodurch sich der Zinssatz eines Finanzkontraktes mit einer kurzen Laufzeit als niedriger gegenüber jenem eines längerfristig gebundenen Kontraktes erweist. Finanziert sich eine Bank demnach über vergleichsweise kurzfristig laufende Einlagen und verleiht ebenjene finanziellen Mittel wiederum mit einer längeren Perspektive, schafft sie die notwendige Voraussetzung, um einen positiven Strukturbeitrag zu vereinnahmen, der eine wesentliche Komponente des Zinsüberschusses im Bankgeschäft verkörpert.

Die Forschungsfrage der Untersuchung ist vor diesem Hintergrund darauf gerichtet, unter welchen Umständen sich Fristentransformation historisch herausgeprägt hat, inwiefern sie volkswirtschaftlichen Nutzen stiftet und weshalb Wirtschaftssubjekte eine solche Transformationsleistung intrinsisch motiviert etablieren. Dabei wird beleuchtet, nach welchen Prinzipien mit Fristentransformation einhergehende Chancen und Risiken von Banken gegeneinander abgewägt werden. Vertieft werden die Hintergründe anhand eines theoretischen Modells, das die Interaktion zwischen einer Bank und einem repräsentativen Einleger skizziert.

Darüber hinaus reizt eine zeitgenössische Beobachtung der Entwicklung von Fristentransformation im Bankensektor. Methodisch wird in diesem Rahmen ein empirisches Modell herangezogen, mit dem sich ein Datensatz über das nach Laufzeiten geordnete Einlagen- und Kreditgeschäft von in Deutschland tätigen Banken analysieren lässt. Dabei wird ein möglicher Einfluss der Steigung der Zinsstrukturkurve auf den Grad der Fristentransformation im Bankgeschäft untersucht.

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