Dissertation: Die vertrauliche Geburt

Die vertrauliche Geburt

Rechtliche Untersuchung und kriminologische Aspekte

Studien zur Rechtswissenschaft, Band 452

Hamburg 2020, 466 Seiten
ISBN 978-3-339-11872-1 (Print), ISBN 978-3-339-11873-8 (eBook)

Adoption, Anonyme Geburt, Familie, Familienrecht, Geburt, Kindesabgabe, Kindeswohl, Kindstötung, Recht auf Kenntnis der Abstammung, Schwangerenberatung, Schwangerschaftsverheimlichung, Strafrecht, Tötung von Neugeborenen, Väterrechte, Vertrauliche Geburt

Zum Inhalt

Das verfassungsrechtlich geschützte Interesse des Kindes an seiner biologischen Herkunft nimmt häufig eine Schlüsselstellung in der eigenen Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung ein. Demgegenüber können im Verlauf einer Schwangerschaft Konfliktsituationen entstehen, in deren Folge Schwangerschaftsverheimlichung und Kindesabgabe von der Mutter als einziger Ausweg empfunden werden.

Die bislang praktizierten Formen anonymer Abgaben eines neugeborenen Kindes (Babyklappe, anonyme Geburt und anonyme Übergabe) ließen das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung weitgehend außer Betracht. Mit dem Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt hat der Gesetzgeber zum 01. Mai 2014 ein Hilfsangebot geschaffen, das Schwangeren eine medizinisch begleitete Entbindung unter einem Pseudonym und die anschließende Inobhutgabe des Neugeborenen ermöglicht. Die Daten der Schwangeren werden vertraulich in einem Herkunftsnachweis hinterlegt, bis das Kind, sofern nicht gravierende Belange der Mutter entgegenstehen, ab Vollendung des 16. Lebensjahres Einsicht verlangen kann.

Diese Untersuchung widmet sich der Frage, inwieweit die gesetzgeberischen Ziele umgesetzt werden konnten, mit der vertraulichen Geburt eine rechtssichere Alternative zu anonymen Kindesabgaben und ein Instrument zur Prävention von Kindstötungen und -aussetzungen zu schaffen. Sie analysiert umfassend sowohl die familien- und verfassungsrechtlichen als auch die strafrechtlichen Implikationen der vertraulichen Geburt. Darüber hinaus werden Einblicke in kriminologische Befunde zu Tötungsdelikten an Neugeborenen sowie praktische Erfahrungswerte der Schwangerenberatungsstellen mit der vertraulichen Geburt eröffnet.



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