Doktorarbeit: Die japanische Minorität Burakumin in ihrem historischen und sozio-ökonomischen Kontext

Die japanische Minorität Burakumin in ihrem historischen und sozio-ökonomischen Kontext

Diesseits und jenseits des Flusses

HERODOT – Wissenschaftliche Schriften zur Ethnologie und Anthropologie, Band 21

Hamburg 2020, 440 Seiten
ISBN 978-3-339-11698-7 (Print), ISBN 978-3-339-11699-4 (eBook)

Burakumin, Diskriminierung, Eta, Ethnizität, Ethnologie, Feldforschung, Hinin, Identität, Japan, Japanologie, Minderheit, Minorität

Zum Inhalt

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Die Burakumin sind ethnische Japaner und unterscheiden sich weder phänotypisch, sprachlich, noch hinsichtlich ihrer Religion von der japanischen Majorität. Dennoch waren sie als sogenannte „invisible race“ über Jahrhunderte hinweg Diskriminierung und Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt und gelten bis heute als stigmatisierte Minorität.

Das Buch sucht die zentralen Fragen zu beantworten, ob und inwiefern sich die Burakumin als eigene ethnische Gruppe verstehen, ob die Mehrheit der japanischen Gesellschaft sie als solche kategorisiert und welche Mechanismen der Ausgrenzung greifen und ob objektive Kriterien für eine derartige Kategorisierung vorliegen.

Eine gründliche Aufarbeitung der Historie marginalisierter Gruppen in Japan, die häufig als Vorgänger der Burakumin erachtet werden, führt in die Thematik ein. Es werden die religiösen, historischen und gesellschaftlichen Eigenheiten Japans und ihre Auswirkungen auf die Ausgrenzung der Burakumin beleuchtet.

Darauffolgend wird das Augenmerk auf die spezifischen Identitätsdiskurse im Falle der Burakumin gerichtet. Eigen- und Fremdzuschreibungen sowie die politische Motivation sowohl für Integration als auch für Abgrenzung spielen hierbei eine elementare Rolle. Abschließend werden die aktuelle Lebenssituation der Burakumin, ihre fortschreitende Diskriminierung und die (Miss-)Erfolge der japanischen Integrationspolitik und der politischen Burakumin-Befreiungsbewegungen diskutiert.

Die Studie basiert auf einer empirischen Langzeitstudie und baut auf den Ergebnissen qualitativer Erhebungen auf. Den Kern dessen bildet umfangreiche Feldforschung, die u. a. in verschiedenen Buraku Japans durchgeführt wurde.

Das Buch liefert beeindruckende Einblicke in die Lebensrealität der Burakumin, ihre Geschichte und Bräuche, sowie ihre Entwicklung als politisch-soziale Bewegung der Gegenwart. Es zeigt, auch als Beispiel für andere Kulturen und Gesellschaften, wie sich das Andere in der vermeintlichen Homogenität Japans äußert und welche Mechanismen der Ausgrenzung und Integration greifen.



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