Forschungsarbeit: Crisis of Liberalism – The Narrative of Charles Dickens’ Novels

Crisis of Liberalism –
The Narrative of Charles Dickens’ Novels

KRITIK UND REFLEXION – Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie, Band 20

Hamburg 2020, 226 Seiten
ISBN 978-3-339-11448-8 (Print), ISBN 978-3-339-11449-5 (eBook)

Anglistik, Bleak House, Charles Dickens, Crisis of Bourgeois Society, Dombey and Son, Individual and Society, Individuum und Gesellschaft, Krise der bürgerlichen Gesellschaft, Liberalism, Liberalismus, Little Dorrit, Neoliberalism, Neoliberalismus, Our Mutual Friend, Panoramic Novels, Philosophie, Soziologie, Victorianism, Viktorianismus

Zum Inhalt

deutsch | english

Das Thema dieser interdisziplinären Studie ist Krise und Integration der bürgerlichen Gesellschaft. Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft steht nicht nur im Mittelpunkt der Form des Romans, sondern auch der Gesellschaftstheorie.

Der heute bekannte Ausdruck Neoliberalismus impliziert zweierlei: Er bezieht sich auf den klassischen Liberalismus und beansprucht eine Neuerung. Der klassische Liberalismus lässt sich durch einen grundlegenden Widerspruch charakterisieren: die Verherrlichung und Zerstörung des Individuums. Dies wird anhand einer Interpretation ausgesuchter Romane von Charles Dickens gezeigt.

Der Liberalismus setzt das Individuum als freies voraus und beansprucht, eine Epoche der Freiheit, des Friedens und Wohlstands für alle einzuläuten. Die Romane von Charles Dickens zeichnen ein anderes Bild. Sie enthalten nicht nur ein Panorama sozialer Probleme in der Phase des Hochliberalismus. In chronologischer Reihenfolge beschreiben sie einen historischen Prozess. Sie zeigen die Entstehung (Dombey and Son), den Höhepunkt (Bleak House), den Verfall (Little Dorrit) und das Ende (Our Mutual Friend) des Liberalismus. Das Ergebnis dieser Entwicklung ist die Welt des Romans Our Mutual Friend. Hier behandeln die Figuren einander als vernunftlose Naturwesen und die Gesellschaft als jenseits ihres Einflusses und damit als unveränderbare Existenzbedingung. Die Gesellschaft wird als äußere Natur gesehen, die unabhängig von den Gesellschaftsmitgliedern ist. Diese Studie zeigt zudem, dass Dickens’ Roman Our Mutual Friend einen wichtigen Abstraktionsschritt gegenüber seinen vorausgegangenen Romanen markiert, weil hier der gesellschaftliche Zusammenhang nicht über eine zentrale Instanz erklärt, sondern aus dem Individuum hergeleitet wird.

Zudem zeigen die vier untersuchten Romane nicht nur die Krise der Gesellschaft und die Zerstörung des Individuums auf, sondern auch die neue Art gesellschaftlicher Integration, die historisch auf den Liberalismus folgt: den Imperialismus.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben