Forschungsarbeit: Der Südkaukasus als Konstruktion eines imaginären transnationalen Raumes

Der Südkaukasus als Konstruktion eines imaginären transnationalen Raumes

Eine kulturhistorische und translationstheoretische Untersuchung einer postsowjetischen Phantomgrenzregion

Schriften zur Kulturgeschichte, Band 53

Hamburg 2018, 158 Seiten
ISBN 978-3-339-10544-8

Citizen Diplomacy, Integration, Kontaktzone, Kulturgeschichte, Kulturschicht, Kultursemiotik, Kulturtransfer, Kulturwissenschaft, Mental Maps, New Special Histories, Postsowjetisch, Raumkonzeptualisierung, Raummodellierung, Südkaukasus, Transkulturalität, Translationstheoretie, Translationswissenschaft

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Der imperialistische Diskurs hat imaginativ homogene geographische Entitäten hervorgebracht: Orient, Westen, Balkan, Eurasien etc. Darunter reiht Verfasser auch den Kaukasus (Kavkaz) ein und löst dessen südlichen Teil (Zakavkaz’e) als sowjetrussisches Raumkonstrukt auf.

Aufgrund der Begriffs- und Regionalgeschichte sowie der Analyse von topografischen, nationalmythischen und anderen Raumkonzeptualisierungen relativiert er die Grenzvorstellungen des Südkaukasus und demonstriert die kulturhistorischen Bindungen der südkaukasischen Völker zur Türkei und zum Iran. Die postsowjetische Peripherie wird entgrenzt, und die breiter aufgefasste ostanatolisch-nordiranisch-südkaukasische Region wird kultursemiotisch als Palimpsest von mehreren Kulturschichten und Kontinuitäten beschrieben.

Verfasser wird im Ansatz initiativ, die betreffende Region in der Terminologie der Kultur- und Translationswissenschaft als kulturell dynamische Kontakt- und Transferzone, als Migrations- und Translationsraum neu zu entwerfen. Den aufgezeigten kulturellen Synkretismus der südkaukasischen Völker nimmt er zum Anlass, für die betreffenden Länder einen kultur- und integrationspolitischen Perspektivenwechsel vorzuzeichnen: Den zentrifugalen desintegrativen Tendenzen im Südkaukasus und dem politischen Unvermögen, die Sicherheitskrise in der Region zu überwinden und nachhaltigen Frieden herzustellen, hält er ein Projekt entgegen, das im Geiste der Xenologie und Citizen diplomacy kulturpsychologische Aufklärung anstrebt und auf zivilgesellschaftlichen Kontakt, Dialog und Austausch setzt.

Die persönlichen Erfahrungen des Autors, der im kulturellen Dazwischen einer russischen Familie in Armenien zweisprachig aufgewachsen ist und als DAAD-Stipendiat an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften studiert hat, verleihen den vermittelten Ein- und Aussichten eine persönliche Dimension und zusätzliche Fundierung. Als Teilnehmer einiger transregionaler Initiativen für die Jugendlichen der betreffenden Länder betont er das große Potential der Projekte, die transnationale Kommunikation und Kooperation in einem entpolitisierten Raum fördern.

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