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Dissertation: Ethnische Stereotype aus der Perspektive von Jugendlichen mit Migrations­hintergrund

Ethnische Stereotype aus der Perspektive von Jugendlichen mit Migrations­hintergrund

Studien zur Kindheits- und Jugend­forschung, Band 64

Hamburg 2012, 326 Seiten
ISBN 978-3-8300-6346-9

Rezension

, 14.01.2013

» [...] Hirschauer hat eine solide durchgeführte und zwar nicht repräsentative, aber dennoch aufschlussreiche Studie vorgelegt, die durchaus einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion der Erfahrungen migrantischer Jugendlicher liefert, die diese mit ethnischen Stereotypen gemacht haben. Das Werk rückt die Perspektive der Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Mittelpunkt.

Die Ergebnisse der dargestellten und analysierten Fallstudien unterstreichen unter anderem, dass es sich bei Integration und Partizipation nicht um eine einseitige Aufgabe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund handelt. Einerseits müssen diese sich die für das Leben in Deutschland erforderlichen Kompetenzen wie Sprache und berufliche Qualifikationen erwerben. Andererseits muss sich aber die deutsche Gesellschaft, insbesondere müssen ihre Bildungseinrichtungen sich vermehrt anstrengen, ethnische Stereotypisierungen zu unterlassen sowie den jungen Menschen mit Migrationshintergrund Chancen zu eröffnen, sie positiv anzuerkennen und ihnen soziale und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Die im letzten Kapitel des Buches in dieser Richtung enthaltenen schulpädagogischen und gesellschaftspolitischen Konsequenzen geben durchaus wichtige Anstöße für die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. «

Diskriminierung, Dokumentarische Methode, Ethnische Differenzierung, Ethnische Stereotype, Ethnisierungsprozesse, Gruppendiskussionen, Jugendforschung, Migrationsforschung, Migrationshintergrund, Qualitative Sozialforschung, Qualitative Studie, Stereotype, Vorurteile

Zum Inhalt

In Deutschland werden Menschen mit Migrationshintergrund häufig noch immer als die ‚Anderen‘, die ‚Fremden‘ wahrgenommen. Mit der Zuordnung zu einer ‚fremden ethnischen‘ Gruppe erfolgt meist auch die Zuschreibung bestimmter gemeinsamer Eigenschaften und Verhaltensweisen. Mit der Gruppenzugehörigkeit werden spezifische ethnische Stereotype verknüpft, die mitbestimmen, wie Angehörigen der Gruppe in sozialen Interaktionen begegnet wird. Negative Stereotype können sich in offenen Vorurteilen äußern, aber zum Beispiel auch in Ablehnung, fehlender Akzeptanz, Diskriminierungen und Ausgrenzungen.

Insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund, die sich in einer Phase großer Entwicklungsanforderungen befinden, müssen sich in ihrem Aufwachsen gerade mit den negativen Stereotypen, die in der Gesellschaft über ihre Gruppe bestehen, auseinandersetzen und einen Weg finden, mit diesen umzugehen. Der Migrationshintergrund der Jugendlichen wird häufig zur Grundlage bestimmter Erwartungen und ethnischer Zuschreibungen, sei es in alltäglichen Interaktionszusammenhängen oder im Schulsystem. Ethnische Stereotype über die eigene Gruppe, ob direkt geäußert oder subtil vermittelt, ob als offener Angriff oder ständige Abwertung, können sich in vielerlei Weise negativ auf die Gruppenmitglieder auswirken. Über die Frage aber, wie Jugendliche mit Migrationshintergrund ethnische Stereotype erleben und welche Bedeutung diese in ihrem Alltag erlangen, ist noch wenig bekannt. Hier setzt diese empirische Studie an.

Anhand dreier Gruppendiskussionen und ihrer dokumentarischen Interpretation wurden die Erfahrungen und Bewältigungsformen dreier Gruppen von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund in Bezug auf ethnische Stereotype rekonstruiert. Es wird deutlich, dass die Stereotype, die in der deutschen Gesellschaft über ihre Gruppen bestehen, bei den Betroffenen nicht ohne Wirkung bleiben. Die Jugendlichen müssen sich mit ethnischen Zuschreibungen und negativen Stereotypen auseinandersetzen, entwickeln aber innerhalb dessen individuelle Perspektiven, setzen sich konstruktiv mit ihrer Umwelt auseinander und gestalten diese aktiv mit.

Das Werk reiht sich ein in eine Reihe jüngerer Forschungsarbeiten, in denen die Perspektive der Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Mittelpunkt rückt. Diese Perspektive muss in den aktuellen Diskussionen über Integration und Partizipation viel mehr Berücksichtigung finden. Die Ergebnisse unterstreichen, dass es sich dabei nicht um eine einseitige Aufgabe der Jugendlichen handelt, sich die für das Leben in der Gesellschaft erforderlichen Kompetenzen, wie Sprache, Normen und Qualifikationen anzueignen, sondern dass es auch von Seiten der Gesellschaft und hier insbesondere ihren Bildungseinrichtungen vermehrter Anstrengungen bedarf, den Jugendlichen Chancen zu eröffnen, sie positiv anzuerkennen und ihnen soziale und gesellschaftliche Partizipation zu ermöglichen.

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