: Die Wahl der Zinsbindungsdauer

Die Wahl der Zinsbindungsdauer

Ein Entscheidungsproblem

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 97

Hamburg , 518 Seiten

ISBN 978-3-86064-957-2 (Print)

Zum Inhalt

Die Wahl der Zinsbindungsdauer bei Aufnahme eines Kredits (bzw. verzinslicher Anlage von Finanzmitteln) ist mit erheblichen Konsequenzen verbunden. Die Unternehmenspraxis - sofern sie variable Verzinsung nicht ohnehin pauschal ablehnt - arbeitet dabei oft mit einfachen Daumenregeln, die sich an Zinshöhe oder Zinsstruktur orientieren, ohne dass die Vorteilhaftigkeit der Befolgung solcher Regeln hinterfragt wird bzw. ohne dass auf konkrete Charakteristika des Kreditnehmers Rücksicht genommen wird.

Die vorliegende Arbeit stellt sich die Aufgabe, die mit der Zinsbindungswahl verbundenen Risiken und Kosten detailliert zu untersuchen. Dabei wird mit empirischen Datenanalysen und modelltheoretischen Überlegungen u.a. folgenden Fragen nachgegangen:

  • Wie groß ist die Gefahr, dass überraschend ansteigende variable Zinssätze die Bedienung eines Kredits gefährden?
  • Inwiefern bzw. unter welchen Bedingungen ist die Insolvenzgefahr für den Kreditnehmer bei zinsvariablen Krediten höher als bei Festzins?
  • Welche Rolle spielen bei der realen Risikoeinschätzung Korrelationen zwischen Zinszyklus und anderen Einflussgrößen wie z.B. Inflation und Branchenkonjunktur?
  • Welche Kostenvorteile haben Kredite mit kurzer Zinsbindung im langjährigen Mittel gegenüber Festzins und sind die historischen Kostenvorteile in die Zukunft fortschreibbar?
  • Sind diese Kostenvorteile situationsspezifisch unterschiedlich hoch?
  • Ab welchem Zeithorizont kann davon ausgegangen werden, dass sich die `langfristigen Kostenvorteile‘ variabler Verzinsung gegenüber dem kurzfristigen Mehrkostenrisiko durchsetzen?

Es zeigt sich, dass die in der Praxis weit verbreiteten Vorbehalte gegenüber zinsvariablen Krediten zumindest teilweise übertrieben erscheinen: Die empirisch langfristig aufgetretenen Kostenvorteile können aufgrund der Preisbildungsprozesse am Kapitalmarkt plausiblerweise auch für die Zukunft erwartet werden, wenngleich das Ausmaß der Vorteile vermutlich abnehmen und situationsspezifisch unterschiedlich sein dürfte. Auch die mit variabler Verzinsung eingegangenen Risiken sind zumindest für Kreditnehmer aus manchen Branchen bzw. mit bestimmten Unternehmenscharakteristika überschaubar oder sogar geringer als bei Festzins.

Umgekehrt werden jedoch auch Unternehmenscharakteristika bzw. Situationen identifiziert, in denen bei der Aufnahme zinsvariabler Kredite größere Zurückhaltung angebracht ist.

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