Dissertation: Inkonsistente Darstellungen der Keynesianischen Theorie

Inkonsistente Darstellungen der Keynesianischen Theorie

Eine Auseinandersetzung mit der Kritik und dem Lösungsvorschlag von Felderer / Homburg

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 53

Hamburg 1999, 371 Seiten
ISBN 978-3-86064-942-8 (Print)

AD-AS-Modell, Felderer, Homburg, IS-LM-Modell, Keynesianische Theorie, Keynesianismus, Makroökonomik, Volkswirtschaftslehre

Zum Inhalt

Über sechzig Jahre nach Veröffentlichung von Keynes’ „General Theory“ stellt die Keynesianische Theorie in der Tradition von Hicks, Hansen, Samuelson, Modigliani und Patinkin noch immer die vorherrschende Keynes-Interpretation in makroökonomischen Lehrbüchern dar. Zielsetzung dieses Buches ist es, die Keynes-Rezeption in der Lehrbuchliteratur kritisch zu reflektieren, und zwar nicht hinsichtlich ihrer Kongruenz mit der Keynes`schen Intention, sondern in Bezug auf ihre logische Konsistenz.

Ein derartiges Vorhaben mag zunächst überraschen; schließlich bildet die Keynesianische Theorie seit nahezu einem halben Jahrhundert einen wesentlichen Bestandteil makroökonomischer Lehrbücher.

Felderer/Homburg haben in einem Aufsatz behauptet, dass in der gängigen Lehrbuchdarstellung Keynesianischer Theorie eine Inkonsistenz enthalten ist. Im IS-LM-Modell dürfe die IS-Funktion nicht - wie allgemein üblich - als „Gleichgewichtsfunktion des Gütermarktes“ interpretiert werden. Die IS-Funktion sollte vielmehr als „Gleichgewichtsfunktion des Kapitalmarktes“ aufgefasst werden.

Rainer Behrend zeigt auf, dass die Keynesianische Theorie in zahlreichen Lehrbüchern, aber auch bei Felderer/Homburg selbst, Inkonsistenzen enthält: Die Frage nach der geeigneten Interpretation der IS-Funktion erweist sich jedoch als Scheinproblem. Das eigentliche Problem liegt vielmehr in der Verbindung des IS-LM-Modells mit einer vertikalen aggregierten Angebotsfunktion und der Endogenisierung des Preisniveaus im AD/AS-Modell.

Die sich daraus ergebenden Widersprüche werden aufgezeigt und Lösungsmöglichkeiten vorgestellt. Dabei wird auch ein eigener Ansatz für ein konsistentes keynesianisches Totalmodell unter expliziter Berücksichtigung neokeynesianischer Theorieelemente entwickelt.



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