Dissertation: Die Erkennung eingebetteter Figuren

Die Erkennung eingebetteter Figuren

Effekte des perzeptiven Lernens und der Darbietungsreihenfolge der Aufgaben

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 41

Hamburg 1999, 340 Seiten
ISBN 978-3-86064-863-6 (Print)

eingebettete Figuren, Gestalttheorie, Objektwahrnehmung, perzeptives Lernen, Psychologie, Sequenzeffekte, Teil-Ganzes-Wahrnehmung, Wahrnehmung

Zum Inhalt

Damit Organismen sich in ihrer Umwelt orientieren können, müssen häufig Objekte oder Teile von Objekten gesucht und aus ihrem Kontext herausgelöst werden. Dies betrifft so alltägliche Aufgaben wie beispielsweise das Suchen nach Gegenständen, das Identifizieren von Bauteilen in elektrischen Geräten und das Erkennen von Verkehrsschildern, Ampeln und Wegweisern im Straßenverkehr. Somit gehört das Erkennen von Teilen eines Ganzen zu den grundlegenden Wahrnehmungsprozessen.

In dieser Dissertation wird das Problem der Teil-Ganzes-Wahrnehmung aufgegriffen und anhand des Erkennens von eingebetteten Figuren untersucht. Darunter versteht man solche Figuren, die als geometrischer Teil in einer anderen komplexeren Figur enthalten sind, d. h. sämtliche ihrer Elemente sind in gleicher Konstellation in der komplexen Figur vorhanden, auch wenn dies nicht auf den ersten Blick sichtbar ist.

Der theoretische Teil der Arbeit stellt zunächst die wichtigsten Forschungsansätze zum Erkennen eingebetteter Figuren und zur Teil-Ganzes-Wahrnehmung mit ihren Ergebnissen dar. Dazu gehören u. a. der gestalttheoretische Ansatz und davon ausgehende Versuche zur Bestimmung der Schwierigkeit eingebetteter Figuren und Befunde zu individuellen Unterschieden in der Teil-Ganzes-Wahrnehmung. Einen Schwerpunkt bildet dabei die klassische Untersuchung von Gottschaldt (1926), welche die Dominanz autochthoner Gestaltdynamik über Erfahrungswirkungen in der Figurwahrnehmung belegt. Das Thema „Erfahrungswirkung“ beherrscht auch die weiteren Abschnitte des theoretischen Teils. Dabei steht jedoch gerade die erfahrungsbedingte Veränderbarkeit von Wahrnehmungsleistungen, d. h. inwiefern sie durch Übung verbessert werden können, im Mittelpunkt.

Im empirischen Teil werden drei Experimente zum Erkennen eingebetteter Figuren geschildert. Darin wird erstens der Effekt der Übung auf die Teil-Erkennungs-Leistung untersucht. Zweitens wird die Auswirkung der Darbietungsreihenfolge der Aufgaben bei dieser Anforderung geprüft. Drittens wird die Schwierigkeit der einzelnen Aufgaben analysiert und ermittelt, inwieweit diese durch die Übung und die Reihenfolge der Aufgaben beeinflusst werden.

Im letzten Teil der Arbeit werden die Resultate dieser drei Experimente unter Einbeziehung der im theoretischen Teil dargestellten Ansätze und Befunde diskutiert und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst.



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