: Die kulturelle Wirklichkeit der Drogen

Die kulturelle Wirklichkeit der Drogen

Drogenwissen und Drogenkonsum von Jugendlichen am Beispiel eines Freizeitheimes

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 30

Hamburg , 200 Seiten

ISBN 978-3-86064-757-8 (Print)

Zum Inhalt

Drogen, so lautet die zentrale These dieses Buches, sind in erster Linie gedankliche Konstruktionen unserer Gesellschaft. Drogen, das sind Bilder in unseren Köpfen, Vorstellungen, die wir über bestimmte Substanzen haben.

Aus der Sichtweise des Konstruktivismus zeigt der Autor in verständlicher Sprache, dass es keine ‘objektive‘ Wirklichkeit der Drogen gibt, sondern dass Drogenwirklichkeit ein Produkt von „Objektivierungsprozessen“ ist. D.h. eine Wirklichkeit, die von den Individuen einer Gesellschaft hergestellt wird.

Gleichsam einem Teufelskreis dient diese kulturell erschaffene Wirklichkeit als Grundlage für unser alltägliches Handeln: Aus unserem Wissen, der vermeintlichen „Wahrheit“ über Drogen, leiten wir Maßnahmen ab, die unserer Drogenwirklichkeit entsprechen, und schaffen dadurch weitere Legitimationen für diese Wirklichkeit. Aus unserer Angst vor einer Substanz entsteht ein Verhalten, das dieser Angst entspricht; z.B. ein Bedürfnis, Institutionen zu erschaffen die sich mit diesem „Problem“ beschäftigen, präventiv tätig sind etc. Auch individuell verhalten wir uns im Rahmen unseres Wissens - in dem wir uns aus Angst vor bestimmten Substanzen lieber von diesen fernhalten.

Am Beispiel einer Untersuchung in einem Jugendfreizeitheim stellt der Autor dar, wie solch eine Wirklichkeit entsteht und wie sie unser Denken und Handeln beeinflusst - die Studie zeigt aber auch, inwieweit Abweichungen von dieser gesellschaftlich konstruierten Wirklichkeit möglich sind.

Das Buch wendet sich an Wissenschaftler ebenso wie an Praktiker in der Drogenarbeit. Gerade letztere können möglicherweise aus den hier angestellten Ausführungen ihre eigene Arbeit stärker überdenken und sich der Frage stellen, inwieweit sie gleichermaßen Produkt und Produzent dieser Drogenwirklichkeit sind. Das Buch richtet sich aber genauso an die Betroffenen selbst - und damit darf sich dann jeder angesprochen fühlen, denn an der Herstellung der kulturellen Wirklichkeit der Drogen sind wir alle beteiligt.

Frank Nolte ist Kulturwissenschaftler und tätig am Bremer Institut für Drogenforschung (BISDRO) der Universität Bremen, wo er u.a. das ARCHIDO (Archiv und Dokumentationszentrum für Drogenliteratur) leitet.

Ihr Werk im Verlag Dr. Kovač

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