: Analyse der Möglichkeiten einer andauernden Sicherung eines hohen Amtsethos der Offiziere in den deutschen Streitkräften

Analyse der Möglichkeiten einer andauernden Sicherung eines hohen Amtsethos der Offiziere in den deutschen Streitkräften

Variata – Titel ohne Schriftenreihenzuordnung, Band 15

Hamburg 1998, 278 Seiten
ISBN 978-3-86064-685-4 (Print)

Amtsethos, Bundeswehr, Ethos, Hegel, Kant, Moral, Offizier, Pflicht, Politische Bildung, Soldat, Streitkraft

Zum Inhalt

Ethische Probleme und Dilemmata des soldatischen Dienens sind Grundlage zahlreicher Veröffentlichungen und Schriften sowohl von Seiten der Bundeswehr als auch von einzelnen an dieser Problematik interessierten Wissenschaftlern. Insbesondere aus theologischer Sicht befassen sich zahlreiche Bücher mit dem Spannungsfeld Ethik und soldatischer Dienst.

Auf der anderen Seite fehlt aber eine Auseinandersetzung darüber, wie Moral im soldatischen Dienst gesichert werden kann; der Begriff des Amtsethos oder der Amtsmoral selbst ist ebenfalls nicht hinreichend geklärt. Aus verwaltungswissenschaftlicher Sicht ist jede Beschäftigung mit diesem Begriff, obwohl ihm ein großer Wert für den Staatsdienst eingeräumt wird, bis jetzt unterblieben.

So geht die Arbeit im ersten Teil zunächst auf den Begriff des Ethos und des Amtsethos ein und untersucht in einer ideengeschichtlichen Analyse die Inhalte der Begriffe. Der hellenistische und christliche Kulturkreis, Kant und Hegel werden ebenso einbezogen wie die Auffassungen der Moderne über das Wesen des Begriffs „Ethos“.

In einem nächsten Schritt wird beleuchtet, wie das spezifische Amtsethos des Offiziers strukturiert ist. Dazu werden die Inhalte des Gemeinwohls, dem das Amtsethos verpflichtet ist, dargestellt und die zur Erreichung dieser Zwecke notwendigen Dienstpflichten des Offiziers in eine Prioritätenreihenfolge gebracht.

Im zweiten Teil der Arbeit wird die augenblickliche Situation des „Offiziersethos“ in den Streitkräften diskutiert. Dabei werden geschichtliche Einflüsse bis in das Mittelalter hinein betrachtet und deren Auswirkungen auf das heutige Ethos deutlich.

Im dritten Teil der Arbeit werden Möglichkeiten der Sicherung des Amtsethos dargestellt und bewertet. Personalbeschaffung und Personalauswahl, Bildung und Erziehung, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Führung und Führungsstil, Dienstaufsicht und Personalbeurteilung, Beschwerdewesen und Mitbestimmungsmöglichkeiten sowie rechtliche Sanktionsmöglichkeiten werden als Instrumente der Sicherung von Pflicherfüllung und Wertorientierung dargestellt. Vor dem Hintergrund moralpsychologischer Forschungsergebnisse, insbesondere der Kohlbergschen „Stufentheorie“, und personalwirtschaftlicher Erkenntnisse wird ein eigenes Modell der Einflussgrößen zur Sicherung des Amtsethos entworfen.

Anhand dieses Modells werden die Alternativen zur Sicherung von Moral und Ethos beurteilt; aufgrund der Problemage werden spezifische Handlungsempfehlungen gegeben. „Politische Bildung“ und „Erziehung“ werden aufgrund der augenblicklichen Probleme der Sicherung des Amtsethos als besonders geeignete Mittel zur Sicherung des Amtsethos bewertet. Schließlich wird noch auf die Identifikation und Auswahl besonders geeigneter Offiziere hingewiesen, die als „change agents“ das moralische Klima der Organisation Streitkräfte beeinflussen können.



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