: Vivisektion der Zeit

Vivisektion der Zeit

Studien zur Darstellung und Kritik der Zeitgeschichte in Publizistik und Romanwerk Erik Regers (1924 - 1932)

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 26

Hamburg , 282 Seiten

ISBN 978-3-86064-587-1 (Print)

Zum Inhalt

Erik Reger war 1945 einer der ersten Lizenzträger der deutschen Presse. Chefredakteur und Herausgeber der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“, wurde er als moralisch-visionärer Publizist im ersten Nachkriegsjahrzent national und international bekannt. Heutigen Generationen weniger bekannt ist sein literarisch-publizistisches Frühwerk aus der Zeit der Weimarer Republik. In polemisch-scharfen Analysen „sezierte“ er diese Ära, ihre enttäuschten Hoffnungen und fatalen Fehlentwicklungen, die er in seinen zahlreichen Artikeln und in zwei großen Romanen mit der Leidenschaft des kritischen Zeitgenossen in rationaler Klarheit widerspiegelte.

„Vivisektion“ als Darstellung sowie Polemik als Kritik sind Verfahren des engagierten Journalisten. Als Schriftsteller bediente er sich der Belletristik als Kunst mit wirklichkeitsbezogenem Nutzen für die Leser, um eine aktualisierende und politisierende Erkenntnisarbeit zur Bewusstseinsbildung über die Fassaden- und Phrasenwelt der Zeit von 1918 bis 1932 zu erreichen. Die politisch-sozialen und wirtschaftlichen Risiken einer Krisen- und Verfallszeit erkennbar zu machen, ist ein heute noch aktuelles Anliegen: Die Urteilsbildung durch Beschreibung und die Kritik von Erfahrungen der jüngsten Zeit sind Voraussetzungen für kritische Erkenntnis der gegenwärtigen Wirklichkeit als Wahrheit hinter den schillernden Fassaden, den Konstruktionen der Bewusstseins-, Informations- und Kulturindustrien.

Christian Tauschke macht es sich zur Aufgabe, in Analysen und Interpretationen wichtiger Texte Regers aus der Zeit um 1930 das literarisch-publizistische Verfahren seiner „Vivisektion der Zeit“ als Darstellung und Kritik der Zeitgeschichte zu rekonstruieren, aber auch in seinen wesentlichen Ergebnissen für unsere Gegenwart zu aktualisieren. Dabei zeigt sich, dass der „doppelte Autor“ Reger nach der Professionalisierung im Journalismus seine Rolle als sozialkritischer Schriftsteller des Ruhrgebiets einnahm, um schreibend auf die krisenhaften Spannungen seiner Zeit zu reagieren - seine Analysen, Polemiken und Reportagen in großen Zeitgeschichtsromanen im Spannungsverhältnis von Belletristik und Publizistik für rationale Erkenntnis der Wahrheit und Wirklichkeit krisenhafter Zeitverhältnisse verarbeitend.

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