: Anwendung von Strategien beim Lernen kausaler Zusammenhänge

Anwendung von Strategien beim Lernen kausaler Zusammenhänge

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 17

Hamburg 1997, 132 Seiten
ISBN 978-3-86064-545-1 (Print)

Kausalwissen, kognitive Modellierung, kognitive Prozesse, Lernen, Lernpsychologie, Lernstrategien, Psychologie

Zum Inhalt

Ereignisse werden vielfach verständlich gemacht, indem man auf ihre Ursachen hinweist. Nach Flugzeugabstürzen wird von Experten die Ursache der Katastrophe ermittelt: Es wird zum Beispiel untersucht, ob menschliches oder technisches Versagen vorlag. Bei ausländerfeindlichen Anschlägen wird von Kommentatoren als Erklärung unter anderem auf die unbefriedigenden sozialen oder ökonomischen Verhältnisse verwiesen. Hierbei konstruieren und interpretieren Menschen ihre Umgebung in kausalen Zusammenhängen. Die Fähigkeit, kausale Zusammenhänge zu erlernen, ist für uns von großer Wichtigkeit, da sie uns ermöglicht, vergangene Ereignisse zu erklären, zukünftige Ereignisse vorherzusagen und Handlungen zu planen.

In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Theorien entwickelt, wie wir kausale Zusammenhänge erlernen. Untersuchungen analysierten die Bedeutung von Information über die Kovariation von Ereignissen oder die zeitliche und räumliche Nähe zwischen Ereignissen. Weitere Untersuchungen befassten sich mit dem Einfluss von Vorwissen auf das Lernen kausaler Zusammenhänge. Diese Arbeiten analysierten Informationsverarbeitungsprozesse beim Vorliegen von Ereignissen: Wann lernen Personen einen kausalen Zusammenhang zwischen Ereignissen? Welche Information und welches Vorwissen nutzen sie dabei?

In Ergänzung zu diesen Untersuchungen werden in dieser Arbeit Informationssuchstrategien betrachtet. Es wird analysiert, wie bereits gelernte kausale Zusammenhänge den weiteren Lernprozess beeinflussen. Hierzu wurden im Rahmen einer kognitiven Modellierung Modellvarianten mit unterschiedlichen Informationssuchstrategien entworfen und in einer Reihe von Simulationsexperimenten getestet. Darauf aufbauend wurden die Suchstrategien von Personen empirisch erhoben und die Personendaten mit entsprechenden Simulationsdaten auf Gruppenebene und auf individueller Ebene verglichen.



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