: Straßenbenutzungsgebühren und Telematik

Straßenbenutzungsgebühren und Telematik

Darstellung der Technologien und eine empirische Analyse am Beispiel Freiburgs

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 29

Hamburg 1996, 96 Seiten
ISBN 978-3-86064-465-2 (Print)

AGE-Systeme, Mautgebühren, Road-Pricing, Staugebühren, Straßenbenutzungsgebühren, Straßenverkehrskosten, Verkehrsökonometrie, Verkehrstelematik, Volkswirtschaftslehre

Zum Inhalt

Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliche Prosperität und steht hierüber in enger Verbindung zum Verkehrswachstum. Die weitere Steigerung der Nachfrage nach individuell gestaltbarer Mobilität führt zu Überlastungen des Straßennetzes und Umweltbelastungen durch Schadstoffemissionen.

In diesem Spannungsfeld zwischen der notwendigen Sicherung der Mobilität für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung und der ökologischen Limitierung werden vom Einsatz der Telematik neue Handlungsoptionen erwartet. Innovative Verkehrstelematikdienste zur Optimierung des Verkehrsflusses wie auch verkehrsmittel-integrierend wirkende Verkehrsmanagementsysteme werden jedoch kaum die gesamtwirtschaftlichen Belastungen verringern. Für eine verursachergerechte Anlastung der Kosten und eine nachfrageseitige Verkehrsbeeinflussung (Vermeidung, Verlagerung, Verkehrslenkung) rücken daher Telematiksysteme zur automatischen Gebührenerhebung in den Vordergrund der Betrachtung.

In der jüngeren Vergangenheit wurden auf nationaler aber auch europäischer Ebene verschiedene Systeme zur automatischen Gebührenerhebung entwickelt. Diese Prototypen wurden erstmals im Feldversuch „Autobahntechnologien“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) auf technische Machbarkeit, Funktionssicherheit und Zuverlässigkeit überprüft. Bislang fehlt jedoch eine eingehende Systemanalyse, eine Abschätzung verkehrlicher Wirkungen der automatischen Gebührenerhebung und deren Beiträge für eine regional und zeitlich differenzierbare Steuerung der Nachfrage im Straßenverkehr. Darüber hinaus verharren die Forschungsarbeiten zu sehr in technischen Details, während Wechselwirkungen zwischen Ökonomie und Technologie sowie gesellschaftliche Anforderungen (Datenschutz) bei der Gestaltung der großtechnischen Systeme unberücksichtigt bleiben. Auch fehlen bisher nachvollziehbare Kriterien, anhand derer sich die jeweilige räumlich und zeitlich differenzierte Gebührenhöhe bestimmen lässt.

Vor diesem Hintergrund ist es die Zielsetzung dieser Arbeit, die Chancen und Risiken des Einsatzes innovativer Telematiksysteme zur automatischen Gebührenerhebung im Straßenverkehr zu untersuchen und in einer Fallstudie die Gebührenhöhe empirisch zu bestimmen. Dazu wird zunächst hergeleitet, dass im Verkehrsbereich externe Effekte auftreten und dass ökonomische Instrumente geeignet sind, diese externen Effekte zu internalisieren. Da bisherige Instrumente nicht in ausreichendem Maße hierfür geeignet sind, wird vom Einsatz von automatischen Gebührenerhebungssystemen ein Beitrag zur Problemlösung erwartet. Neben der technischen Konzipierung von AGE-Systemen sind es insbesondere gesellschaftliche und ökonomische Faktoren, die einer Einführung im Wege stehen. Hierbei spielt eine möglichst objektive Preissetzung der Höhe von Straßenbenutzungsgebühren eine entscheidende Rolle. Hierzu wird in der Studie anhand der Bundesstraße 31 ein Fallbeispiel durchgerechnet.

Durch diese bewusst interdisziplinäre Ausrichtung - Analyse und Beurteilung ökonomischer und informationstechnischer Zusammenhänge - ist die Arbeit eine entscheidende Ergänzung der Forschungen auf dem Gebiet der automatischen Gebührenerhebung in Ballungsräumen.



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