: Der „Irrelevant Babble“ Effekt

Der „Irrelevant Babble“ Effekt

Zum Einfluß von Hintergrundsprechen auf die serielle Behaltensleistung des Kurzzeitgedächtnisses

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 9

Hamburg 1996, 98 Seiten
ISBN 978-3-86064-418-8 (Print)

akustische Wahrnehmung, Hintergrundsprechen, Irrelevant Speech Effect, Kurzzeitgedächtnis, Lärmwirkungsforschung, Psychologie, serielle Behaltensleistung, sprachlicher Schall

Zum Inhalt

Diese Arbeit ist im Bereich der Lärmwirkungsforschung anzusiedeln. Ausgehend von der heterogenen Befundlage früherer Arbeiten zur Lärmwirkung auf die Leistung wird am Beispiel des „irrelevant speech effect“ gezeigt, dass eine differenzierte Vorgehensweise in diesem Themenbereich angebracht ist. Es scheint notwendig, die Fragestellung nach der „Wirkung von Lärm“ zu präzisieren zur Frage „Welche Arten von Lärm stören welche kognitiven Prozesse?“.

Eine solche Spezifizierung findet sich in diesen Untersuchungen. In fünf Experimenten wird der Frage nachgegangen, ob verschiedene sprachliche Hintergrundschalle die serielle Behaltensleistung von visuell dargebotenem Material in unterschiedlicher Weise beeinträchtigten. Die Hintergrundschalle werden hinsichtlich dreier Parameter systematisch variiert:

  • 1. die Anzahl der gleichzeitig dargebotenen Stimmen variiert zwischen einer einzelnen und einem Stimmengewirr (babble) von etwa 100 Stimmen;
  • 2. das babble setzt sich aus verschiedenen Stimmen zusammen (natürliche Bedingungen) oder es wurden verschiedene Sequenzen der gleichen Stimme (künstlich) überlagert;
  • 3. die „natürlichen“ babble-Bedingungen wurden sowohl mit einem herkömmlichen Mono-Mikrophon als auch mit Kunstkopftechnik aufgezeichnet.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Beeinträchtigung der seriellen Behaltensleistung in einem systematischen Zusammenhang mit der Anzahl der dargebotenen Hintergrundstimmen steht: Mehr Stimmen bewirken eine geringere Beeinträchtigung!

Aus theoretischer Sicht können Hinweise dazu gefunden werden, welche Schallcharakteristika beim „irrelevant speech effect“ von Bedeutung sind. Aus praktischer Sicht liefern die Ergebnisse Anregungen zu einer differenzierten Bewertung von Geräuschen in Arbeits- und Lernumwelten. In diesem Zusammenhang werden Möglichkeiten des Akustikdesigns diskutiert.



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