: Leben und Werk der österreichischen Kartographen Josef Chavanne und Franz Ritter von Le Monnier

Leben und Werk der österreichischen Kartographen Josef Chavanne und Franz Ritter von Le Monnier

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 6

Hamburg , 295 Seiten

ISBN 978-3-86064-273-3 (Print)

Zum Inhalt

Dieses Buch betrachtet Leben und Werk der beiden österreichischen Kartographen Josef Chavanne (1846-1902) und Franz Ritter von Le Monnier (1856-1925). Hierbei bildet den jeweils ersten Teil eine Biographie, den zweiten ein Katalog der Karten und der literarischen Publikationen mit einer kurzen Beschreibung beziehungsweise Inhaltsangabe. Das Leben und Wirken dieser beiden Geographen fällt in das Zeitalter der letzten großen Entdeckungen und Erforschungen: Die weißen Flecken auf den Landkarten der außereuropäischen Kontinente verschwinden zusehends, zuletzt werden die Pole und Polargebiete „erobert“ und erforscht. Einen kleinen Anteil daran haben in gewissem Sinn auch die beiden in diesem Buch behandelten Persönlichkeiten.

Josef Chavanne selbst reist zweimal in das Kongogebiet und entwirft eine große Zahl von Karten jeglicher Art von verschiedensten Teilen der Erde. Einen zweiten großen Arbeitsbereich stellen seine wissenschaftlichen Publikationen dar, zuerst vorwiegend die Polarforschung, später Afrika betreffend. Sein umfangreiches Werk bringt ihm den Ruf eines „Massenproduzenten“ ein, ohne dass dadurch die Qualität seiner Arbeit gemindert wäre. Franz Ritter von Le Monnier (1856-1925) versucht sich anfangs als Statistiker und Ethnograph, bezieht aber später wesentlich weiter gesteckte Bereiche der geographischen Forschung in sein Arbeitsgebiet mit ein.

Das bedeutendste gemeinsame Werk dieser beiden Kartographen ist der 1887 erschienene Physikalisch-statistische Handatlas von Österreich-Ungarn. Es handelt sich hierbei um das erste Werk, in dem der habsburgische Gesamtstaat thematisch bearbeitet und dargestellt wird, wobei Chavanne vorwiegend den „physikalischen“ Teil, Le Monnier den „statistischen“ Teil bearbeitet. Sowohl in seiner Konzeption als auch kartentechnisch stellt dieser Atlas den Höhepunkt der österreichischen Kartographie bis zum Ersten Weltkrieg dar. Aber auch weitere gemeinsame Werke, wie etwa eine Bibliographie der Literatur der Polargebiete, sind zu nennen.

Interessant ist es, den weiteren Lebensverlauf der beiden Kartographen zu vergleichen: Chavanne wird nie die seinem umfangreichen Werk entsprechende Ehrung zuteil, so dass er schließlich nach Argentinien auswandert und unter ärmlichen Verhältnissen stirbt. Le Monnier bringt es als Beamter bis zum Sektionschef und dürfte eine angesehene Stellung in der Wiener Gesellschaft inne gehabt haben. Die großen Wissenslücken über diese beiden Persönlichkeiten, ihre Lebensläufe einerseits und ihr kartographisches und literarisches Werk andererseits, sollen durch diese Arbeit geschlossen werden.

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