: Ausländerstereotype und Gedächtnis

Ausländerstereotype und Gedächtnis

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 3

Hamburg 1992, 310 Seiten
ISBN 978-3-86064-027-2 (Print)

Ausländerfeindlichkeit, Diskriminierung, ethnisch, Gedächtnis, Invarianz, Modellhypothesen, Psychologie, schematisch Verarbeitungsprozesse, Stereotyp

Zum Inhalt

Arbeiten über Vorurteile und Einstellungen gibt es in Hülle und Fülle. Trotzdem ist die Erklärung der zugrundeliegenden kognitiven Prozesse in den meisten Theorien über stereotype Systeme unbefriedigend.
Im Rahmen der psychologischen Forschung gewinnt zunehmend die Frage an Bedeutung, ob die weitgehende Invarianz von ethnischen Stereotypen nicht durch schematische Verarbeitungsprozesse bzw. Gedächtnisinhalte zustande kommt. Ziel der Arbeit ist es, die Angemessenheit verschiedener Modelle für die Erklärung von Gedächtnisleistungen bei ethnischen Stereotypen kritisch zu untersuchen.
Das Buch beginnt mit einer knappen Darstellung der historischen Entwicklung der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland. Daneben werden Untersuchungsergebnisse zum Ausländerbild deutscher Studenten vorgestellt. Nach ein paar allgemeinen Überlegungen zur Struktur und Funktion von Schemata werden aus der Vielzahl der publizierten Ansätze fünf herausgegriffen und ausführlich dargestellt.
Diese verschiedenen Modelltypen machen unterschiedliche Annahmen über den Zusammenhang zwischen dem Gedächtnis und dem Ergebnis eines Urteilsprozesses. Die Modellhypothesen werden präzisiert und einander gegenübergestellt. Neben unklaren Begriffen stehen dabei methodische Probleme im Vordergrund.
Die sich durch das Buch ziehende Argumentationskette ist von dem Gedanken geprägt, dass sowohl die historisierende als auch eine soziologische Begründung von Diskriminierungsphänomenen eine versteckte psychologische Erklärung enthält. Dabei handelt es sich
in der Regel um sozialpsychologische Hypothesen, die wiederum im Kern ungeprüfte kognitive Annahmen sind. Deshalb konzentrieren sich die zum Schluss berichteten Experimente auf die gedächtnispsychologische Fragestellung.



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