Dissertation: Erdschlittschuhe, Fußfahrräder und Fersenroller: Die Kulturgeschichte der Rollschuhe und Inlineskates in den USA und Deutschland 1863–2015

Erdschlittschuhe, Fußfahrräder und Fersenroller:
Die Kulturgeschichte der Rollschuhe und Inlineskates in den USA und Deutschland 1863–2015

Schriften zur Kulturgeschichte, Band 40

Hamburg 2016, 334 Seiten
ISBN 978-3-8300-9170-7 (Print & eBook)

19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Deutschland, Erdschlittschuhe, Fersenroller, Freizeitgerät, Freizeitgeschichte, Fußfahrräder, Gesellschaft, Inlineskates, Kulturgeschichte, Rollerdisko, Rollschuh, Rollschuhbahn, Skaten, Spielzeug, Sportgerät, Technikgeschichte, USA, Verkehrsmittel

Zum Inhalt

Der moderne Rollschuh, der im 19. Jahrhundert in den USA erfunden wurde und von dort seinen Weg nach Europa fand, hat in seiner 150-jährigen Geschichte Zeiten des Erfolges und des Misserfolges erlebt. Schon lange Zeit vorher hatten sich viele Menschen mit den Möglichkeiten auseinandergesetzt, sich über ihre eigenen körperlichen Fähigkeiten hinaus schneller als zu Fuß fortbewegen zu können. In den vergangenen Jahrhunderten wurden Erfindungen gemacht, bei denen in verschiedenen Bauformen Rollen unter den Füßen befestigt wurden, um so eine höhere Laufgeschwindigkeit zu erreichen. Sowohl bei den Befürwortern als auch bei den Kritikern wurde die Frage aufgeworfen, was für ein Produkt der Rollschuh wohl sei. Die verschiedenen Zuweisungen hingen von der jeweiligen Popularität dieses Produktes ab. In Zeiten der Nachfrage schien der Rollschuh über sich hinauszuwachsen, indem ihm unterstellt wurde, man könne ihn neben der Funktion als Freizeitgerät auch als Verkehrsmittel nutzen und so auf den Straßen dem Fahrrad und dem Auto Konkurrenz machen. In Zeiten geringer Nachfrage hingegen wurde der Rollschuh vielfach nur als Spielzeug für Kinder abgetan. Anhand der hier dargestellten Kulturgeschichte von Rollschuh und Inlineskates in den USA und Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt sich nicht nur die freizeitgeschichtliche Entwicklung dieses Produktes, die Studie erlaubt außerdem Aufschlüsse über gesellschaftliche Distinktions- und Repräsentationsfunktionen in unterschiedlichen Formen. Bei der berücksichtigten transnationalen Perspektive spielt auch die Aufarbeitung der Nichtnutzung bzw. die Widerstände und das Desinteresses beim Rollschuhlaufen und Inlineskaten eine große Rolle. Der Wunsch, die körperlichen Fähigkeiten zu erweitern, wird bis heute durch unterschiedlichste Erfindungen ausgedrückt. Diese Studie zeigt den Verlauf vom Erdschlittschuh über das Fußfahrrad bis hin zum Fersenroller. Der Trend geht hin zu Hybriden, die mehrere Bewegungsmöglichkeiten erlauben sollen – zu laufen und zu gleiten. Inwieweit sich diese „Mehrfachnutzung“ auszahlen wird, muss sich noch zeigen. Bis dahin bleiben Rollschuhe und Inlineskates Freizeitgeräte mit über 150 Jahre ereignisreicher Vergangenheit – und mit ungewisser Zukunft.



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