Doktorarbeit: Die actio libera in causa im Rahmen des § 21 StGB

Die actio libera in causa im Rahmen des § 21 StGB

Eine rechtsdogmatische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Fälle selbstverschuldeter Trunkenheit im Übrigen

Strafrecht in Forschung und Praxis, Band 322

Hamburg 2015, 304 Seiten
ISBN 978-3-8300-8737-3 (Print & eBook)

Actio libera in causa, Alkohol, Rauschtat, Schuld, Schuldfähigkeit, Selbstverschuldete Trunkenheit, Strafrecht, Tat-Schuld-Koinzidenz, § 21 StGB

Zum Inhalt

Strafe setzt Schuld voraus. Nach dem Tat-Schuld-Koinzidenz-Prinzip muss die Schuldfähigkeit des Täters zum Zeitpunkt der Tat vorliegen. Ist der Täter dagegen nur vor oder nach diesem Zeitpunkt voll schuldfähig, so kann er gemäß den §§ 20, 21 StGB nicht vollumfänglich bestraft werden.

Diesen gesetzlichen Regelungen steht die aktuelle polizeiliche Kriminalstatistik (2014) gegenüber, nach welcher etwa ein Drittel aller Gewaltstraftaten in Deutschland unter Alkoholeinfluss begangen werden. Somit stellt sich die Frage, wie die Fälle rechtlich zu würdigen sind, bei denen der Täter seinen Defektzustand bewusst selbstverschuldet verursacht, um straffrei davon zu kommen oder zumindest milder bestraft werden zu können – Fälle der actio libera in causa. Darüber hinaus stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis die Rechtsfigur der actio libera in causa zu den Fällen der selbstverschuldeten Trunkenheit im Übrigen steht.

Dabei wird in der Praxis die Schwelle zur verminderten Schuldfähigkeit weit häufiger überschritten als die Grenze zur Schuldunfähigkeit, weshalb diese den Schwerpunkt der Arbeit bilden. Des Weiteren wird in dem Werk die Problematik der actio libera in causa im gesetzessystematischen Gesamtzusammenhang des StGB – insbesondere im Hinblick auf § 323a StGB und § 20 StGB – untersucht und aufgrund der bestehenden Divergenz von Rechtsprechung und derzeit bestehender Gesetzeslage ein Tätigwerden des Gesetzgebers gefordert.

Das Werk bietet eine umfangreiche, gut strukturierte Darstellung der Fälle der actio libera in causa im Rahmen alkoholbedingter verminderter Schuldfähigkeit, durch welche der Leser schrittweise von bekanntem Lehrbuchwissen zu höchst praxisrelevanten Kernfrage hingeführt wird.



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