Doktorarbeit: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Mutter: Euripides und Federico García Lorca

Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Mutter: Euripides und Federico García Lorca

Eine komparatistische Studie zum griechischen und spanischen Drama

PERIPETEIA – Studien zu Drama und Theater, Band 3

Hamburg 2016, 466 Seiten
ISBN 978-3-8300-8711-3 (Print & eBook)

Antigone, Bodas de sangre, Die Bakchen, Dionysos, Drama, Euripides, Federico García Lorca, Hippolytos, Klassische Philologie, Komparatistik, La casa de Bernarda Alba, Mänade, Mutter, Romanistik, Sophokles, Tragödie, Vergleichende Literaturwissenschaft, Yerma

Zum Inhalt

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“¡Creed en las visiones de la Grecia ideal!?
(„Glaubt an die Visionen des idealen Griechenland!?)

Mit Äußerungen dieser Art bekennt sich Granadas berühmtester Dichter Federico García Lorca offen zu seinem Faible für die griechische Antike, was dementsprechend Niederschlag in seinen zahlreichen prosaischen, poetischen und dramatischen Schriften gefunden hat.

Unter letzteren weisen vor allem die dramas rurales (Bodas de sangre, Yerma, La casa de Bernarda Alba) starke Affinität zur griechischen Tragödie, speziell des Euripides (Bakchen, Hippolytos), auf; in diesem Kontext ist auch die Antigone des Sophokles anzuführen.

Als wesentliches tertium comparationis des griechischen und des lorquianischen Dramas darf die Frau gelten, die unter dionysischem Einfluss zur mörderischen Mutter wird.

In dieser komparatistischen Studie eruiert Elisabeth Knodel zunächst ausgehend vom jeweiligen soziokulturellen Kontext des griechischen und des lorquianischen Dramas Gemeinsamkeiten und Unterschiede, wobei die Frage nach der religiösen Konzeption im Vordergrund steht; besondere Bedeutung kommt dabei Dionysos bzw. dem duende zu.

Auf dieser Basis schließt sich ein textimmanenter Vergleich an, der die sechs Tragödien in der jeweiligen Originalsprache zueinander in Beziehung setzt: Vor der Folie ‘patriarchalischer Oppositionen‘, wie etwa der von Haus und Staat oder von menschlichem und natürlichem Recht, kristallisiert sich eine Junktur von Dionysos und der Frau, speziell der Mutter, heraus.

Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, warum ausgerechnet diese Verbindung sowohl in der griechischen als auch in der lorquianischen Tragödie eine derart prominente Rolle einnimmt.



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