Doktorarbeit: Die phraseologische Bedeutung und Wissensstrukturen

Die phraseologische Bedeutung und Wissensstrukturen

Eine kognitiv-semiotische Untersuchung deutscher und italienischer Zornphraseologismen

Schriften zur Vergleichenden Sprachwissenschaft, Band 15

Hamburg 2016, 262 Seiten
ISBN 978-3-8300-8542-3 (Print & eBook)

Emotionssprache, Germanistische Sprachwissenschaft, Kognitive Semantik, Kontrastive Linguistik, Kulturspezifik, Phraseologie, Romanistische Sprachwissenschaft, Semiotik, Wissensstrukturen

Zum Inhalt

Die Emotionssprache stellt für die Phraseologie – insbesondere aus der kontrastiven Perspektive – eine Herausforderung dar. Zum einen tragen Ergebnisse psychologischer und biologischer Forschungsansätze dazu bei, die mimischen und physiologischen Aspekte des Emotionsausdrucks durch kognitive Methoden in universellen, konzeptuellen Metaphern sprachlich zu klassifizieren. Zum anderen bedürfen die kulturellen Hintergründe der Emotionsphraseologismen einer besonderen Aufklärung und können zu wichtigen kontrastiven Erkenntnissen führen. Welche Wissensstrukturen zur Interpretation der phraseologischen Bedeutung dienen und welcher Natur sie sind, ist dennoch eine offene Frage.

In dieser Untersuchung wird ein deskriptives Instrumentarium zur Analyse deutscher und italienischer Zornphraseologismen entwickelt, das die engen Verbindungen zwischen Phraseologismen und Emotionen aufdeckt. Zornphraseologismen beider Sprachen werden durch ein kognitiv-semiotisches Modell analysiert, das die Motivationsregeln auf semantischer und pragmatischer Ebene zusammenfasst. Das entwickelte Modell bildet sich multidimensional und basiert auf Wechselwirkungen zwischen der komplexen, historisch und physiologisch geprägten Emotion Zorn und auf Teilprozessen, die zur Motivation der Phraseologismen führen.

Das Hauptanliegen dieser Untersuchung ist die Beschreibung und Klassi?fizierung der kognitiven Kategorisierungsmodelle und der kulturellen, strukturellen und pragmatischen Lexikalisierungsformen. Die Analyse von Wissensstrukturen, die in Form von Kognitionsfähigkeit und Hintergrundwissen bei Produktion und Rezeption von Phraseologismen zur Verfügung stehen, ist das Mittel. Ein zweisprachiges Inventar, das onomasiologisch unter dem Begriff des Zorns eingeordnet wurde, ist der Ausgangspunkt.



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