Dissertation: Höhlenlager des Gravettien

Höhlenlager des Gravettien

Muster jungpaläolithischer Höhlennutzung am Beispiel des Gravettien Nordspaniens

Schriften zur Ur- und Frühgeschichte, Band 1

Hamburg 2014, 516 Seiten
ISBN 978-3-8300-7920-0 (Print & eBook)

Rezension

[...] bietet dieses Buch eine detailreiche, gut recherchierte und mit vielen Querverweisen versehene Studie, die mit der sorgfältigen Zusammenstellung des Forschungsstandes und der Ausführlichkeit der Inventarbeschreibungen zweifellos große Stärken hat und für ein besseres Verständnis des nordiberischen Gravettien sicherlich grundlegend ist. Die zahlreichen Tabellen mit Originaldaten erlauben darüber hinaus eine eigene, kritische Auseinandersetzung mit dem Thema und bieten somit Anknüpfungspunkte für weiterführende Untersuchungen. Anregend sind auch die Analysen und Interpretationen zu den Aktivitäts-, Nutzungs- und Mobilitätsmustern. [...] Mit der chrodtransformierten Hauptkomponentenanalyse und den Modifikationssequenzen werden bereits in archäologischen Analysen etablierte Verfahren weitergeführt und auf die Bedürfnisse einer Studie mit regionalem räumlichen Skalenniveau angepasst. Die so abgeänderten Verfahren sind sicherlich für vergleichbare Studien ebenfalls von großem Interesse. Die auf Deutsch und Englisch abgefassten Bildunterschriften ermöglichen in Verbindung mit der englischen Zusammenfassung zudem auch nichtdeutschsprachigen Lesern einen Einblick in die Materie.

Andreas Maier, in:
Archäologische Informationen, 39, 2016

Frühgeschichte, GIS, Gravettien, Höhlennutzung, Lithische chaîne opératoire, Mobilität, Paläoumwelt, Repeated Replacement Model, Siedlungsmuster, Spanien, Urgeschichte

Zum Inhalt

Für die Erforschung der Altsteinzeit bieten Höhlen aufgrund ihrer räumlichen Fokussierung menschlicher Aktivitäten optimale Möglichkeiten und bilden deshalb in vielen Untersuchungsgebieten die wichtigste Fundplatzgattung. Mit der vorliegenden Publikation wurde der Versuch unternommen, unterschiedliche Aspekte menschlicher Aufenthalte anhand konkreter Fallbeispiele herauszuarbeiten und sinnstiftend miteinander in Beziehung zu setzen. Hierbei steht zeitlich der Kulturkomplex des Gravettien und räumlich Nordspanien im Fokus der Aufmerksamkeit. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Verständnis von Aufenthalts- und Nutzungsmustern innerhalb der altsteinzeitlichen Lagerplätze und deren Bezug zur menschlichen Mobilität. Dieses Wissen ermöglicht nicht nur ein erweitertes Verständnis kultureller Variabilität, sondern bietet auch die Möglichkeit, lokale Veränderungen im regionalen Kontext zu studieren und deren mögliche Ursprünge zu diskutieren.



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