Dissertation: Ende gut, alles gut? – Konflikt, Wendepunkt und Rettung als dramatisches Moment bei Erich Kästner, Michael Ende und Cornelia Funke

Ende gut, alles gut? –
Konflikt, Wendepunkt und Rettung als dramatisches Moment bei Erich Kästner, Michael Ende und Cornelia Funke

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 125

Hamburg 2013, 274 Seiten
ISBN 978-3-8300-7420-5 (Print & eBook)

Cornelia Funke, Die unendliche Geschichte, Dramatisches Moment, Erich Kästner, Glückliches Ende, Jim Knopf, Kinder- und Jugendliteratur, Konfliktlösung, Michael Ende, Momo, Phantastische Literatur, Rettung, Tintenherz

Zum Inhalt

Das glückliche Ende in der Kinder- und Jugendliteratur gilt häufig als antizipiert. Das dramatische Geschehen auf der einen Seite, die Idealität und Harmonie des Schlusses auf der anderen Seite erfordern komplexe Konfliktlösungen, die glaubwürdig und nachvollziehbar zugleich sein müssen.

Vor allem in der phantastischen Literatur stellt sich das Problem der Glaubwürdigkeit und steht vor Fragen wie: Welche Regeln muss der Autor beachten, wie weit darf er menschliche Grenzen erweitern bzw. auflösen? Bis zu welchem Punkt darf sich die sekundäre Welt von der bekannten primären unterscheiden? Und inwiefern darf der Autor selbsterschaffene Regeln ignorieren, verwandeln, abändern? Um Konfliktlösung nicht beliebig und wahllos zu gestalten, sucht jeder Autor seine eigenen Wege. Cornelia Funke adaptiert in ihrer Tintenherz-Trilogie die Gesetze einer mittelalterlichen Welt und kombiniert sie mit der magischen Kraft des Wortes. In Michael Endes Die unendliche Geschichte dient eine Reise in die Fremdwelt dem Spannungsaufbau und der Entwicklung des Helden. Die Rückkehr ist Ziel und glückliches Ende zugleich. Momo transzendiert die Phantastik, indem die Titelheldin als menschliches Kind über göttliche Gaben verfügt. In Jim Knopf lösen sich Abenteuer und Konflikte im perfekten Schluss: Die Utopie für Kinder wird inkludiert in eine kindliche Utopie.

Paradox erscheint es, dass in der realistischen Kinder- und Jugendliteratur die realistische Rettung fast noch schwieriger zu erlangen sind. Erlaubt die Phantastik einen freieren Umgang mit Welten und Wirklichkeiten, muss das realistische Werk Authentizität mit Spannung der Handlung und Perfektion des Schlusses zugleich verbinden. Erich Kästner versucht sich an dieser Herausforderung, indem er die Kinder selbst zu Helden, Rettern und Konfliktlösern werden lässt. Den kindlichen Protagonisten gesteht er große Rettungsmöglichkeiten, aber auch große Pflichten zu.



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