Forschungsarbeit: Heilmittel gegen die Angst

Heilmittel gegen die Angst

Rationale Angstbewältigung bei Epikur und Sigmund Freud

Schriften­reihe Philo­sophische Praxis, Band 3

Hamburg 2013, 164 Seiten
ISBN 978-3-8300-7120-4

Angst, Begierde, Epikur, Eudaimonia, Glück, Lust, Philosophie, Psychoanalyse, Psychologie, Ratio, Seele, Sigmund Freud, Triebe, Vernunft

Zum Inhalt

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So grundlegend unterschiedlich die Lebenswelten der beiden Denker auch scheinen mögen, beide haben sich in besonderer Weise mit der Angst beschäftigt, um Konzepte zu entwickeln, wie der Mensch diesem negativen Affekt beikommen kann. Dabei kommt der Vernunft in beiden Denksystemen eine besondere Rolle zu.

Bislang gibt es keine Forschungsarbeit, die diese beiden Denker in ein Verhältnis zueinander setzt – obwohl der Hellenismus gemeinhin als Epoche der „Psychologisierung“ der Philosophie gilt.

Sowohl der antike Lebensphilosoph Epikur, als auch Sigmund Freud, der Erfinder der Psychoanalyse, reagierten mit ihren Therapieentwürfen auf die Bedürfnisse ihrer Zeit: Hellenismus wie die frühe Moderne sind Epochen des Umbruchs, die von großen Unsicherheiten geprägt sind. Folglich ist die Angst sowohl im Hellenismus als auch in der Moderne ein weit verbreitetes und mächtiges Gefühl, das in vielen Denksystemen der Zeit Eingang gefunden hat.

Auf dieser Grundlage entwickeln Epikur und Freud ihre Therapieformen, deren beider Schlüssel es ist, die Ängste in einem Erkenntnisvorgang zu bannen. Der Angst, so nehmen beide an, liegt ein schädlicher Bewusstseinsinhalt zu Grunde, dessen Aufdeckung in der Therapie erfolgt.

Die zentralen Fragen lauteten: Ist es nach den Konzepten von Epikur und Sigmund Freud möglich, Angst rational zu überwinden? Welche Rolle spielt die Vernunft in der Therapie und wie ist diese zu bewerten? Und ist eine Lebensform denkbar, die zu einem angstfreien und glücklichen Leben führt?

Beide Therapien, sowohl die „Viergliedrige Medizin“ Epikurs, als auch die freudsche Psychoanalyse basieren auf einer rationalen Durchleuchtung des angstvollen Zustands. Beide greifen nicht direkt die Angst als Gefühl an, sondern suchen nach dem auslösenden Inhalt dahinter: Sei es ein vermeintlich böser Gott dessen Strafe die Menschen fürchten oder ein verdrängter Wunsch der zur qualvollen Eruption in einer Angstneurose führt. Dabei ist die Rationalität kein Widersacher der Emotionen, sondern eng mit diesen verwoben.

Wenn der Patient die krankmachenden Mechanismen in seinem Inneren versteht, tritt in diesem Erkenntnisvorgang der Moment der Heilung ein.



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