Dissertation: Jenseits von Schuld und Sühne

Jenseits von Schuld und Sühne

Literatursoziologisch-kriminologische Aspekte ausgewählter Kriminalliteratur

Studien zur Germanistik, Band 38

Hamburg 2011, 544 Seiten
ISBN 978-3-8300-5748-2 (Print & eBook)

Detektiv, Detektivroman, Edgar Allan Poe, Kriminalliteratur, Kriminialisierung, Kriminologie, Literaturwissenschaft, Spionageroman, Täter, Tatmotiv, Thriller, Verbrechen, Viktimologie

Zum Inhalt

Der „Krimi“ ist seit Jahrzehnten auf Erfolgskurs: Detektivromane und Thriller fesseln jedes Jahr Millionen von Lesern. Das Buch geht der reizvollen Frage nach, welches Bild von Kriminalität, welchen Prototyp von Täter die Autoren in ihren Kriminalromanen entwerfen und kommt dabei anhand exemplarischer Kriminalromane kriminologischen Aspekten auf die Spur.

Gleichsam wird die Figur des Detektivs unter die Lupe genommen: Welche Haltung nimmt der Ermittler gegenüber dem Kriminaljustizsystem ein? Spiegelt sich in den Beobachtungen gar die ideologische Haltung des Autors?
Die Autorin zieht immer wieder Parallelen zu den unterschiedlichen Ausrichtungen der Kriminologie, die ebenso von ideologischen Überzeugungen und historisch-gesellschaftlichen Kontexten abhängig sind. Neben dem Täter und dem Detektiv beleuchtet ein gesondertes Kapitel die Rolle des Opfers mithilfe der Viktimologie, die in der Rechtswissenschaft das Verhältnis zwischen dem Rechtsbrecher und dem Verbrechensopfer untersucht.

Gleichzeitig leistet das Buch eine Einführung in die Theorie der Gattung Kriminalliteratur sowie in die Kriminologie. Die Autorin umreißt sowohl den idealtypischen Kriminalroman in seinen beiden Ausprägungen Detektivroman und Thriller als auch das Selbstverständnis der Kriminologie in einem einleitenden Teil. Die einzelnen Kriminalisierungstheorien – die unterschiedliche Gründe für Delinquenz verantwortlich machen – werden im Kontext der unterschiedlichen Variationen des Kriminalromans zusammengefasst, so dass die Parallelen zwischen literarischer Fiktion und rechtswissenschaftlicher Realität klar und gut strukturiert deutlich werden.

Dabei zeichnet die Autorin anhand von ausgewählten Texten die Geschichte des Kriminalromans nach: Wie alle literarischen Gattungen ist auch der Krimi dem Wandel unterworfen; die typischen Merkmale werden variiert, negiert oder neu interpretiert. Im Rahmen des gattungsgeschichtlichen Exkurses liegt ein besonderes Augenmerk auf den Entstehungsbedingungen des Kriminalromans: Die Genese des Krimis ist eng mit dem sich im Aufbau befindenden Justizapparat verknüpft.



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