Dissertation: Vom Umgang mit Vorschriften im Büroalltag

Vom Umgang mit Vorschriften im Büroalltag

Eine ethnographische Studie

Schriften zur Kulturwissenschaft, Band 79

Hamburg 2009, 250 Seiten
ISBN 978-3-8300-4325-6 (Print & eBook)

Arbeitsalltag, Arbeitsethnografie, Arbeitswelt-Lebenswelt, Büroalltag, Kulturwissenschaft, Regel, Regelverletzung, Regelwerke, Unternehmenskultur, Vorschriften, Widerstand

Zum Inhalt

Diese Studie wirft einen ethnographischen Blick in die Arbeitswelt einer großen, international agierenden Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Es wird beleuchtet, wie die durch die Firmenideologie vorgegebene Unternehmenskultur sich im Arbeitsalltag bewährt oder verändert und welchen Einfluss sie auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitarbeiter hat.

Fokussiert auf Regeln und Regelverletzungen wird das Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit an konkreten Beispielen herausgearbeitet.

Dabei wird beleuchtet, welche Funktion Regeln haben. Es wird aufgezeigt, wie sich Mitarbeiter im Gesamtgefüge des im Unternehmen bestehenden Regelwerks positionieren, und in welcher Form bzw. aus welchen Gründen Regelverstöße begangen werden.

Der Autor verfügt als Diplom-Kaufmann das theoretische Wissen bezüglich des Aufbaus, der prozessualen Strukturen und des Funktionierens

von Organisationen. Seine universitäre Ausbildung hat ihm die wesentlichen Elemente unternehmerischer Performance, der Arbeitsprozessoptimierung und der Personalführung vermittelt und es ihm ermöglicht, die in der wissenschaftlichen Theorie diskutierten und in der Unternehmenslandschaft gängigen Managementmethoden beurteilen und gegeneinander abwägen zu können, sowie Lösungen für die Implementierung und Umsetzung solcher Modelle zu finden und umzusetzen.

Dabei ist ihm während seiner beruflichen Laufbahn sehr oft die hohe Diskrepanz zwischen den theoretischen Modellen und der Realität bzw. zwischen dem von der Organisationsleitung angestrebten „Soll“ und dem tatsächlichen, am Arbeitsplatz anzutreffenden „Ist“ aufgefallen. Insbesondere war dabei stets eine große Bereitschaft innerhalb der Mitarbeiterschaft zu beobachten, sich gegenüber den in ihrem Arbeitsbereich geltenden Regeln nonkonform zu verhalten und ihnen entweder mit Gleichgültigkeit zu begegnen, sie zu umgehen, sich ihnen gänzlich zu entziehen oder sogar Formen des aktiven Widerstandes zu leisten.



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