Coverabbildung: Dissertation, „Optimale Beschaffungs- und Postponementstrategien in Mode-Supply-Chains“ von Michael Oberländer

Michael Oberländer Optimale Beschaffungs- und Postponementstrategien in Mode-Supply-Chains

Entscheidungswirkungen alternativer Risikopräferenzen bei hohem Absatzrisiko

Hamburg 2008, 358 Seiten

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Zum Inhalt

Modeprodukte sind durch kurze Produktlebenszyklen, hohe Innovationsraten und eine große Variantenvielfalt gekennzeichnet. Diese Eigenschaften sind typischerweise in den Modesegmenten der Bekleidungsindustrie anzutreffen, aber auch modische Sportgeräte, Spielzeug oder Produkte der Unterhaltungselektronik können als Modeprodukte bezeichnet werden. Eine hohe Volatilität bei der Nachfrage nach Modeprodukten führt insbesondere zusammen mit der großen Anzahl an Produktvarianten zu einer sehr schlechten Prognostizierbarkeit der Saisonnachfrage, was sich in einem relativ hohen durchschnittlichen Absatzprognosefehler niederschlägt. Die Schwierigkeit, akkurate Nachfrageprognosen zu erstellen, bedingt hohe Absatzrisikokosten. Diese treten zum einen als Überdeckungskosten auf, die durch obsolete Bestände am Saisonende verursacht werden. Zum anderen kann es auch zu Unterdeckungskosten in Form von Umsatzverlusten aus entgangenen Verkäufen kommen, wenn die nachgefragten Produkte nicht in ausreichender Zahl für die möglichen Käufer zur Verfügung standen.

Speziell aufgrund der hohen Arbeitsintensität im Wertschöpfungsprozess der Konfektion besteht in der Bekleidungsindustrie großes Potenzial zur Kostensenkung durch Beschaffung und Produktion aus bzw. in Niedriglohnländern (Low-Cost-Country-Sourcing). Der Einsatz dieser günstigen, aber wenig agilen Beschaffungs- oder Produktionskapazitäten erhöht aber wiederum die Absatzrisikokosten, da auf verbesserte Nachfrageprognosen, die mit näher rückender Verkaufssaison verfügbar werden, nicht mehr reagiert werden kann. Dagegen kann die höhere Prognosequalität durch einen verkürzten Prognosehorizont grundsätzlich zur Reduzierung von Absatzrisiken genutzt werden bei Einsatz reaktionsschneller, absatzmarktnaher und entsprechend teurerer Quick-Response-Kapazitäten. Die beiden möglichen Extremstrategien „reines Low-Cost-Country-Sourcing“ und „ausschließliche Nutzung von Quick-Response-Kapazitäten“ stellen jedoch in den seltensten Fällen eine gute Lösung dar. Zwischen diesen beiden Extremstrategien liegt ein Kontinuum an hybriden Beschaffungsstrategien, in deren Rahmen die Beschaffung aus Niedriglohnländern durch Quick-Response-Produktion ergänzt wird. Das Auffinden einer optimalen hybriden Beschaffungsstrategie wird durch das Zusammenwirken von mehrstufigen stochastischen Prozessen und gegenläufigen Kostenverläufen sehr erschwert. Den Kern der Studie stellt eine quantitative Modelltheorie dar, die wesentliche Teile dieses Entscheidungsproblems strukturiert und einer Optimierung zuführt. Dabei werden die Potenziale von hybriden Beschaffungsstrategien nicht nur unter der Annahme der Risikoneutralität des Entscheidungsträgers untersucht. Zusätzlich werden auch unterschiedliche Grade von Risikoaversion quantitativ erfasst und die Entscheidungswirkungen alternativer Risikopräferenzen analysiert. Das Werk wird vervollständigt durch die Einbettung der quantitativen Modelle in das theoretische und praktische betriebswirtschaftliche Umfeld. Die gewonnenen, teils überraschenden Erkenntnisse aus den komplexen mathematischen Modellrechnungen werden betriebswirtschaftlich interpretiert und so für die Praxis verwertbar gemacht.

Bibliografische Daten

Autor Michael Oberländer
Titel Optimale Beschaffungs- und Postponementstrategien in Mode-Supply-Chains
Untertitel Entscheidungswirkungen alternativer Risikopräferenzen bei hohem Absatzrisiko
Seiten 358
Erscheinungsjahr 2008
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-8300-3917-4
eISBN (eBook) 978-3-339-03917-0
Schriftenreihe Logistik-Management in Forschung und Praxis
Band 19

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