Doktorarbeit: Dyskalkulie und Förderdiagnostik

Dyskalkulie und Förderdiagnostik

Schriften zur Entwicklungspsychologie, Band 22

Hamburg 2009, 442 Seiten
ISBN 978-3-8300-3827-6 (Print), ISBN 978-3-339-03827-2 (eBook)

BADYS 1-4+, Bamberger Dyskalkuliediagnostik, Dyskalkulie, Entwicklungspsychologie, Förderdiagnostik, Lernstörung, Psychologie, Rechenschwäche, Testverfahren

Zum Inhalt

Etwa vier bis sechs Prozent der Schulkinder sind von einer Dyskalkulie (Rechenstörung) betroffen. Ohne spezifische Förderung halten die daraus resultierenden Beeinträchtigungen meist bis ins Erwachsenenalter an. Bisher stehen kaum standardisierte Diagnoseinstrumente zur Verfügung, die gezielte Hinweise auf Fördermaßnahmen erlauben. Dabei liegt gerade bei den besonderen Problemen im Rechnen ein großes Spektrum an unterschiedlichen Störungsmustern vor, wodurch eine differenzierte Diagnose umso mehr an Bedeutung gewinnt. Ziel war es daher, ein standardisiertes Testverfahren zur Dyskalkulie zu entwickeln, das gleichzeitig förderdiagnostischen Ansprüchen genügen kann.

Das Buch informiert zunächst über den aktuellen Forschungsstand zur Entwicklung von Rechenfertigkeiten und über neuropsychologische Befunde zu Zahlenverarbeitung und Rechenprozessen. Dies wird im Zusammenhang mit vorliegenden Ergebnissen zu Auffälligkeiten von Kindern mit Dyskalkulie in verschiedenen Stufen der Entwicklung mathematischer Kompetenzen dargestellt. Anschließend wird auf der Grundlage der Diskussion vorhandener Diagnoseverfahren zur Erfassung von Rechenfertigkeiten die Aufgabenkonstruktion der Bamberger Dyskalkuliediagnostik (BADYS 1–4+) beschrieben.

In einer Vergleichsstudie wurden die konzipierten Aufgaben zu mathematischen Grundkompetenzen und Bereichen, die in Zusammenhang mit der Entwicklung mathematischer Fertigkeiten stehen, untersucht. Dabei erwiesen sich vor allem Aufgaben zum Verständnis und zur Ausführung der Grundoperationen als gut geeignet, um Kinder mit Dyskalkulie zu erkennen. Aber auch in der Mengen- und Zahlenerfassung sowie in Teilbereichen visuell-räumlicher, sprachbezogener und Gedächtnisleistungen konnten die konzipierten Items gut zwischen Dyskalkulie- und Vergleichsgruppe differenzieren.

Anhand eines Fallbeispiels werden eingehend die Auswertungs- und qualitativen Interpretationsmöglichkeiten des neu entwickelten Testverfahrens erläutert, dessen Aufbau sich an der Entwicklung mathematischer Kompetenzen orientiert.



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