Dissertation: Das Wortfeld WACHSEN im Deutschen

Das Wortfeld WACHSEN im Deutschen

Studien zu seiner Struktur in Gegenwart und Geschichte

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 119

Hamburg , 390 Seiten

ISBN 978-3-8300-3530-5 (Print)
ISBN 978-3-339-03530-1 (eBook)

Zum Inhalt

Das verbale Wortfeld „WACHSEN“ (zusammengesetzt aus Lexemen wie sich erhöhen, steigen, sich vergrößern, zunehmen u.ä.) stellt im Deutsch der Gegenwart einen Wortschatzteil mit besonders großen semantischen Nuancierungsmöglichkeiten dar. In der frühesten deutschen Sprachstufe zeigt es demgegenüber nur rudimentäre Ansätze.

Die gegenwartssprachlich-historische Wortfelduntersuchung unternimmt den Versuch,

- die Glieder des Wortfeldes WACHSEN in der deutschen Gegenwartssprache und ihren vier Vorstufen (Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch, Älteres Neuhochdeutsch) zusammenzutragen,

- ihre Bedeutungsspektren aufzudecken,

- einen Abriss der Geschichte dieses Wortschatzausschnittes vom Althochdeutschen bis zu unseren Tagen zu geben.

Der Analyse liegt eine Wortfeldauffassung zugrunde, die von ihren anfänglich strittigen Postulaten losgelöst wurde. Im Rahmen dieser Wortfeldauffassung kommt eine am Beispiel des Wortfeldes „WACHSEN“ entwickelte Beschreibungsmethode zur Anwendung. Das Datenmaterial der Untersuchung geben in erster Linie eigens zu diesem Zweck zusammengetragene Belegkorpora von insgesamt mehr als 2300 Bezeugungen.

Die lexikalisch-semantische Analyse ergibt unter anderem folgende Ergebnisse:
Das Feld erfährt während des Untersuchungszeitraumes in semantischer bzw. lexikalischer Hinsicht einen mehr oder weniger kontinuierlichen Ausbau. Dies betrifft die Ausweitung der WACHSEN-konformen Verwendungsmöglichkeiten sowie die Erhöhung der Signifikantenvielfalt.
Von den zwanzig untersuchten heutigen Feldgliedern konnten lediglich zwei bis zum Althochdeutschen zurückverfolgt werden (wachsen und sich mehren). Im Mittelhochdeutschen zeigen dann auch Verben WACHSEN-konforme Sememe, die im Althochdeutschen in diesen Bedeutungen nicht nachgewiesen sind (z.B. zuonemen, ûfgên und stîgen) oder nicht einmal als lexikalische Einheiten bezeugt sind (z.B. aufnemen/ûfneman*). Ansätze zur Herausbildung der gegenwärtigen Feldbesetzung sind erst ab dem 16. Jahrhundert verstärkt anzutreffen. Als Hauptphase des Bezeichnungswandels kann die Zeitspanne 1500-1800 gelten. In dieser Hinsicht ist auf den Schwund von Feldgliedern (z.B. aufgehen, aufnehmen und grossen) sowie noch mehr auf die Lexikalisierung von Neubildungen (z.B. sich steigern, sich vergrößern und sich vermehren) zu verweisen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die gegenwartssprachliche Feldkonfiguration in hohem Maße ein Produkt des Deutschen – und deutlich weniger seiner Vorstufen oder etwa nichtdeutscher Gebersprachen – ist.

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