Dissertation: „Die Unheimlichkeit des Daseins“: Sprache und Tod im Werk Thomas Bernhards

„Die Unheimlichkeit des Daseins“: Sprache und Tod im Werk Thomas Bernhards

Eine Untersuchung anhand der Daseinsanalyse Martin Heideggers

Studien zur Germanistik, Band 27

Hamburg 2008, 320 Seiten
ISBN 978-3-8300-3520-6

Bedeutungslosigkeit, Daseinsanalyse, Einsamkeit, Erinnerung, Identität, Kommunikation, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaft, Martin Heidegger, Poesie, Selbstverwirklichung, Sprache, Thomas Bernhard, Tod, Unheimlichkeit

Zum Inhalt

Unser Leben ist voller Unheimlichkeit. Meistens können wir uns allerdings gut von ihr ablenken. Aber es gibt Momente, in denen sie hervorbricht: Alltägliches bietet plötzlich kaum noch Halt, die Welt verliert an Bedeutung, Angst überfällt uns und mit ihr das Gefühl, allein zu sein.

In ihrer Studie geht Alexandra Bormann der Unheimlichkeit unseres Daseins nach: Wieso wird die Welt plötzlich zum Unzuhause? Was macht diesen Zustand aus? Wann wird er gefährlich? Und welche Chancen bietet er? Anhand der Daseinsanalyse Martin Heideggers untersucht sie Texte des österreichischen Autors Thomas Bernhard, dessen literarische Figuren fast unentwegt mit ihrer Einsamkeit und der Bedeutungslosigkeit ihrer Lebenswelt ringen.

Schon Bernhards Lyrik ist von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit erfüllt. Der Autorin gelingt es nicht nur, die von Lesern und Wissenschaftlern vielfach vernachlässigten Gedichtzyklen als gleichberechtigten Bestandteil des bernhardschen Werkes zu präsentieren, sie gewährt auch Einblicke in bisher unveröffentlichtes Material.

Bernhards literarische Figuren unternehmen den Versuch, die Unheimlichkeit im Prozess sprachlicher Auseinandersetzung zu überwinden. Aber das, was die Ruhe unseres Daseins immer wieder bedroht, lässt sich nicht gedanklich durchdringen und sprachlich bannen. Ganz im Gegenteil, gerade durch eine zu intensive Beschäftigung mit unserem Unzuhause geben wir ihm immer mehr Raum. Bernhards Figuren kreisen nurmehr um sich selbst und drohen sich dabei zu verlieren. Die Unheimlichkeit ist der ins Leben einbezogene Tod, und nur der kann andererseits zu Selbstgewinnung und Selbstverwirklichung im Alltag führen.



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