Dissertation: Analyse und Förderung selbstregulierten Lernens durch Self-Monitoring

Analyse und Förderung selbstregulierten Lernens durch Self-Monitoring

Schriften zur pädagogischen Psychologie, Band 31

Hamburg 2007, 374 Seiten
ISBN 978-3-8300-3161-1 (Print & eBook)

Bildungserfolg, Längsschnittsanalyse, Pädagogik, Psychologie, Selbstregulation, selbstreguliertes Lernen, Self-Monitoring, Sozialwissenschaft, Tagebuchverfahren, webbasiertes Training

Zum Inhalt

Ein Hochschulstudium erfolgreich zu absolvieren verlangt von Studierenden ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbstorganisation. Auch wenn eine Fülle empirischer Untersuchungen zum selbstregulierten Lernen (SRL) vorliegen, ist bisher jedoch wenig darüber bekannt, wie Lernende ihr Verhalten über längere Zeiträume steuern, um es auf mittelfristige Ziele (wie z.B. eine Prüfung) auszurichten. Die Empirie zeigt, dass die Selbstüberwachung des Lernverhaltens (englisch Self-Monitoring) innerhalb der Selbstregulation eine zentrale Rolle einnimmt. Ausgehend von dieser Befundlage bestand die Zielsetzung dieser Studie in der längsschnittlichen Analyse und Förderung selbstregulierten Lernens durch Self-Monitoring. Dies schloß die theoriegeleitete Entwicklung und empirische Überprüfung einer Selbstüberwachungsmethode in der Hochschullehre sowie die Untersuchung moderierender Bedingungen für den erfolgreichen Einsatz der Methode ein.

Aufbauend auf Modellen selbstregulierten Lernens sowie bewährten Tagebuchverfahren wurde ein webbasiertes Self-Monitoring Tool (SMT) zur Förderung und prozessualen Analyse selbstregulierten Lernens entwickelt und im Rahmen von zwei Feldstudien eingesetzt. Bei beiden Studien handelte es sich um quasiexperimentelle Feldstudien, die im laufenden Lehrbetrieb durchgeführt wurden. Der Beitrag dieser Studie für die Forschung zum SRL kann darin gesehen werden, dass aus einer ansonsten oft vernachlässigten Prozessperspektive wesentliche Annahmen der Modelle selbstregulierten Lernens bestätigt werden konnten. Die dort postulierten Zusammenhänge gelten auch für Lernverhalten, dass über einen repräsentativen Zeitraum erhoben wird und nicht nur für einmalige Lernsituationen oder Phasen intensiver Prüfungsvorbereitung. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass Lernende ihr Verhalten nur dann anpassen, wenn es aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten sinnvoll erscheint. Im Hinblick auf den Einsatz von Selbstüberwachungsmethoden sprechen die Ergebnisse dafür, dass die Methode dem dynamischen Charakter des Lernens gerecht wird und die Untersuchung von Veränderungen im Lernverhalten erlaubt. Zudem führte Self-Monitoring zu positiven Effekten auf das Lernverhalten und war grundsätzlich nicht an spezifische Voraussetzungen auf Seiten der Lernenden geknüpft. Die Ergebnisse dieser Studie sprechen dafür, dass Self-Monitoring auch in anderen Bildungsbereichen sinnvoll eingesetzt werden.



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