Dissertation: Jugendsexualität im Kontext gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse

Jugendsexualität im Kontext gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse

Wandel und Kontinuität traditioneller Geschlechtervorstellungen als Gestaltungsspielraum und Konfliktfeld von Jugendsexualität

Studien zur Kindheits- und Jugendforschung, Band 46

Hamburg , 244 Seiten

ISBN 978-3-8300-2699-0 (Print)
ISBN 978-3-339-02699-6 (eBook)

Zum Inhalt

Die Jugendsexualität hat sich seit den 70er Jahren im Zuge der so genannten „sexuellen Revolution“ und durch den Einfluss der Frauenbewegung deutlich verändert. Mädchen und Jungen haben sich in ihren sexuellen Vorstellungen, wünschen und Verhaltensweisen einander weitgehend angenähert. Traditionelle Geschlechterkonzepte spielen heute in der Jugendsexualität kaum mehr eine Rolle. Diese „glatten“ Befunde der quantitativen Sexualitätsforschung werden in dieser Studie in Frage gestellt und differenziert. Im Fokus der qualitativen Untersuchung stehen die Geschlechterkonzepte, sexuellen Idealvorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse von 11 TeilnehmerInnen eines Rollenspiel- und Improvisationsworkshops. Die von den Mädchen und Jungen gespielten Szenen zum Thema Sexualität sowie Einzelinterviews mit ihnen wurden auf eine Weise ausgewertet, die die widersprüchlichen und konfliktträchtigen Muster in der Jugendsexualität sichtbar macht. Die Konfrontation der Befunde dieser Studie mit Hauptaussagen der Sexualitätsforschung zeigt: Die Sexualität von Mädchen und Jungen bewegt sich in einem Konfliktfeld von traditionellen Geschlechterkonzepten und Angleichungsprozessen. Sowohl individualisierte Sexualitäts- und Geschlechtervorstellungen als auch traditionelle Konzepte weiblicher und männlicher Sexualität bilden die Bezugspunkte von Jugendsexualität. Wie sich die befragten Mädchen und Jungen in diesem Konfliktfeld verorten und wie ihre Widersprüche in der Sexualität miteinander verschränkt sind, d.h. sich verbinden oder aber im Wege stehen, ist das Thema dieses Buches. Die hier gebotene Darstellung zentraler gesellschaftlicher Sexualitäts- und Geschlechterdiskurse ermöglicht es dem Leser und der Leserin Veränderungen in der Jugendsexualität und damit verbundene Schwierigkeiten von Mädchen und Jungen in ihrem gesellschaftlichen Kontext zu verstehen.

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