Doktorarbeit: Sportspezifische Manipulation als Anwendungsfall des Strafrechts

Sportspezifische Manipulation als Anwendungsfall des Strafrechts

Der Betrug (§263 StGB) im Profifußball

Strafrecht in Forschung und Praxis, Band 62

Hamburg 2005, 278 Seiten
ISBN 978-3-8300-2131-5 (Print & eBook)

Betrug, Fußball, Fußballskandal, Rechtswissenschaft, Sportrecht, Sportverbandsrecht, Strafrecht

Zum Inhalt

Gibt es einen strafrechtlich relevanten Betrug in unserem Profifußball? Wie geht das Millionengeschäft Fußball mit Manipulationen auf seinem Gebiet um? Stellt der Fußball einen „rechtsfreien Raum“ dar, auf dem bestimmte Verhaltensweisen geduldet werden (müssen)?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Buch. Der Autor untersucht den strafrechtlichen Bezug von alltäglichen Vorgehensweisen der am Profifußball beteiligten Personen auf, aber auch außerhalb des Spielfeldes, wie etwa die „Schwalbe“, die Fälle der sogenannten „Lizenzerschleichung“ oder aber das Doping. Sind diese Verhaltensweisen staatlich zu bestrafen oder findet der Sport selbst eine Lösung des Problems? Diese Problematik wird aktuell im Rahmen des „Schiedsrichterskandals“ erörtert, in dem Schiedsrichter aufgrund vorheriger Absprachen einzelne Spiele manipuliert haben, um einer Wettmafia zu ansehnlichen Gewinnen zu verhelfen.

Dargestellt wird, wie der Fußball verbandsintern die einzelnen Manipulationen sanktioniert. Es wird die Frage untersucht, ob die verbandsinternen (zivilrechtlichen) Strafen zum einen den rechtsstaatlichen Grundsätzen genügen und zum anderen diese Strafen auch effektiv durchgesetzt werden können. Danach werden Lösungsmöglichkeiten des Problems wie etwa die Bestimmung eines „rechtsfreien“ oder eines „straffreien Raums“ durchgespielt und eine dogmatisch taugliche Begründung angeboten, die es dem Fußball auch weiterhin ermöglichen soll, mit gewissen Auswüchsen in hohem Maße eigenverantwortlich umzugehen.

Lars C. Hamm versucht sowohl dem sportlichen Laien, als auch dem Fußballinteressierten einen Überblick über „gängige Verhaltensweisen“ im Profifußball zu verschaffen, die zumindest auf den ersten Blick strafrechtsrelevant zu sein scheinen. Er zeigt darüber hinaus Parallelen sowie Unterschiede zu anderen (Profi-)sportarten auf und zeigt einen juristischen Lösungsweg zum staatlichen Umgang mit ebendiesen Verhaltensweisen auf, die es dem Fußball erlaubt, weiterhin so (staatliche) geregelt wie nötig, aber auch so frei wie möglich eigenverantwortlich mit den beschriebenen Problemen auf seinem Gebiet umzugehen.



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