Doktorarbeit: Zwischen Andachtsbuch und Aventiure: Der Neufville-Vitasse-Psalter

Zwischen Andachtsbuch und Aventiure: Der Neufville-Vitasse-Psalter

New York, PML, MS M.730

In zwei Bänden

Anhang auf CD-Rom

Schriften zur Kunstgeschichte, Band 12

Hamburg 2006, 978 Seiten
ISBN 978-3-8300-2025-7

Buchmalerei, Gotik, Ikonographie, Illustration, Kunstgeschichte, Psalter, Stundenbuch

Zum Inhalt

Der sogenannte Neufville-Vitasse Psalter, ein nordfranzösisches Psalter-Stundenbuch aus der Mitte des 13. Jhs., erweist sich nicht nur als eine äußerst reich bebilderte, sondern auch als eine historisch wie ikonographisch bemerkenswerte Handschrift. Das ambitionierte Ausstattungsprogramm bietet neben Kalenderbildern und Offiziumsinitialen einen Psaltervorspann mit 64 Szenen zum Alten und Neuen Testament, einen Bilderzyklus an den Teilungsstellen des Psalters, der in 63 Szenen das Leben König Davids als spannende Aventiure schildert, sowie eine verschwenderisch anmutende ornamentale Ausschmückung. Somit ist das Andachtsbuch bezüglich seines Ausstattungsanspruchs – wenn vielleicht auch nicht qualitativ – mit königlichen Handschriften des 13. Jhs. auf eine Stufe zu stellen. Um so erstaunlicher mutet es an, daß der Codex für die Mitglieder zweier relativ unbedeutender Arraser Fürstenfamilien, die Familien Boisleux und Neufville-Vitasse, entstand.

Ungeachtet der Sonderstellung, die dem Neufville-Vitasse Psalter innerhalb der französischen Buchmalerei des 13. Jhs. zukommt, blieb ihm eine monographische Behandlung bisher versagt. Das vorrangige Ziel dieser Arbeit ist es daher, diese Forschungslücke zu schließen und eine möglichst umfassende Studie vorzulegen, die alle Aspekte dieser facettenreichen Handschrift zwischen Andachtsbuch und Aventiure berücksichtigt.

Die einzelnen Kapitel des Textbandes beleuchten Kodikologie, Geschichte, Stil sowie die ungewöhnliche Ikonographie der Handschrift und betrachten das gesamte Ausstattungsprogramm vor dem Hintergrund der im 13. Jh. neu aufkommenden Psalter-Stundenbücher. Im Katalogband sind neben der ausführlichen Dokumentation der Handschrift erstmalig über 200 Psaltervorspänne des 11. –13. Jhs. aus dem englischen, französischen, flandrischen und deutschsprachigen Raum hinsichtlich ihrer Szenenauswahl erfaßt. Außerdem sind auch die wichtigsten französischen und englischen Davidzyklen des 13. und 14. Jhs. katalogisiert. Eine beigegebene CD bietet in verschiedenen Tabellen einen Überblick über die in den jeweiligen Handschriften ausgewählten Szenen.



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