Doktorarbeit: Herausforderung Deutschland

Herausforderung Deutschland

Zum Deutschlandbild französischer Historiker 1945-1989

Studien zur Zeitgeschichte, Band 29

Hamburg 2003, 406 Seiten
ISBN 978-3-8300-0820-0 (Print)

Deutsch-französische Beziehungen, Deutschlandbild, Frankreich, Geschichtswissenschaft, Historiographiegeschichte, Stereotypenforschung

Zum Inhalt

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, das äußerst umfangreiche Feld der französischen Arbeiten, die in den Jahren 1945-1989 von französischen Historikern zur deutschen Geschichte geschrieben worden sind, zu untersuchen. Das Ende des Zweiten Weltkrieges und der Fall der Mauer in Berlin bilden den Anfangs- beziehungsweise den Endpunkt der Untersuchung, stellten beide Ereignisse doch tiefgreifende Umbrüche für die Beschäftigung mit der deutschen Geschichte in Frankreich dar.

Ziel ist es dabei, die Entwicklungslinien des Deutschlandbildes und die Ursachen hierfür herauszuarbeiten. Zentrale Fragen sind hierbei zum einen die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der politischen Beziehungen zwischen beiden Völkern und den in der Historiographie vermittelten Deutschlandbildern, sowie das Verhältnis, in dem die Werke nach 1945 zu früheren Arbeiten stehen.
Zum anderen ist nach dem Verhältnis zwischen der Deutschlandwahrnehmung im wissenschaftlichen Bereich und der kollektiven französischen Deutschlandwahrnehmung zu fragen. Reagieren die Historiker nur auf Entwicklungen im politischen Bereich beziehungsweise im Bewußtsein der französischen Öffentlichkeit, oder tragen sie selbst dazu bei, derartige Veränderungen herbeizuführen?

Dabei zielt die Arbeit jedoch nicht allein auf die deutsch-französischen Bezeihungen als Untersuchungsfeld. In den vorgenannten Teilfragen wurde bereits ein Untersuchungsansatz erkennbar, den der Münchener Historiker Winfried Schulze in seiner Arbeit zur deutschen Geschichtswissenschaft nach 1945 benannt hat. Er betont, daß bislang ein wichtiges Problem historiographiegeschichtlicher Forschung wenig beachtet worden ist, die Frage nämlich, wie die lebensweltlichen Erfahrungen der Historiker, insbesondere in Phasen rascher und radikaler Veränderungen, mit den Fragestellungen und Ergebnissen geschichtswissenschaftlicher Arbeit verknüpft sind.

Die französische Deutschlandhistoriographie nach 1945 bietet hierfür ein außerordentlich ergiebiges Forschungsfeld, änderten sich doch die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg grundlegend, zudem waren tiefgreifende Entwicklungen auch auf anderen Feldern, insbesonderen im ökonomischen Bereich, zu beobachten.



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