Dissertation: Der Kreditkanal  - Ansätze zur Lösung des empirischen Identifikationsproblems

Der Kreditkanal - Ansätze zur Lösung des empirischen Identifikationsproblems

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 83

Hamburg , 324 Seiten

ISBN 978-3-8300-0819-4 (Print)

Zum Inhalt

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem Teilmechanismus des monetären Transmissionsprozesses, dem Kreditkanal. Kernstücke sind dabei die Analyse der bisherigen Methodik und Resultate der Literatur sowie zwei empirische Studien, welche untersuchen, inwiefern Kreditkanaleffekte bei der Transmission insbesondere geldpolitischer aber auch realwirtschaftlicher Impulse eine Rolle spielen. Dabei soll aufgezeigt werden, wie die theoretischen Ansätze des Kreditkanals in empirische Tests umgesetzt werden können und welche Schlussfolgerungen sich aus den empirischen Resultaten ziehen lassen.

Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich in zwei Kategorien einteilen, eine methodische, die Frage der Identifikation von Kreditkanalmechanismen, sowie eine empirische, die Frage der Relevanz dieses Transmissionsmechanismus? insbesondere für Deutschland.

Die methodische Erkenntnis dieser Arbeit ist dabei durch die beiden Schlagworte „Identifikation durch Heterogenität“ und „Identifikation durch Spezialisierung“ gekennzeichnet. Dies bedeutet zum einen, dass sich Kreditkanaleffekte nur mit Hilfe von Heterogenitätshypothesen identifizieren lassen. Aggregierte Daten hingegen sind zwar geeignet, um grundlegende empirische Muster nachzuweisen, die mit Hilfe von Kreditkanalmechanismen plausibel erklärt werden können. Einen strengen Nachweise der Existenz dieser Effekte können diese Ansätze jedoch nicht liefern.

Das zweite Schlagwort zielt auf die Entwicklung der jüngsten bzw. aktuellen empirischen Forschung zum Kreditkanal ab. Eine Identifikation von Kreditkanaleffekten kann meist mit Hilfe von Ansätzen erreicht werden, die sich auf spezielle Teilmechanismen auf Mikroebene konzentrieren. Die Strategie der Identifizierung muss somit darin bestehen, Mikro- oder Einzeleffekte zu isolieren und zu testen. Diese müssen dann jeweils auf die höher aggregierten Ebenen übertragen werden.

Bezüglich der Relevanz von Kreditkanalmechanismen in Deutschland liefern die beiden Mikrostudien in dieser Arbeit Evidenz für die Existenz dieser Effekte. Bei dem Kreditangebotsverhalten der deutschen Geschäftsbanken gibt es deutliche Hinweise dafür, dass dieses von Bankkanaleffekten beeinflusst wird. Auch für die These, dass die Investitionsnachfrage der Unternehmen in Deutschland von Finanzmarktbeschränkungen bestimmt wird, findet sich positive Evidenz, wenn auch weniger eindeutige.

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