Dissertation: Logengebäude in Halle/S.

Logengebäude in Halle/S.

Geschichte, Architektur und Symbolik

Schriften zur Kunstgeschichte, Band 1

Hamburg 2001, 378 Seiten
ISBN 978-3-8300-0451-6 (Print), ISBN 978-3-339-00451-2 (eBook)

Architekturinterpretation, Freimaurer, Halle, Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Logenbaumeister, Odd Fellows, Philipp Reinhold Knoch

Zum Inhalt

Logengebäude sind Kult- und Gesellschaftsbauten philanthropisch- esoterischer Initiationsgemeinschaften. Es handelt sich um eine international verbreitete und relativ eigenständige Bauaufgabe vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Trotz beeindruckender Beispiele und ikonologischer Relevanz fanden Logen bisher kaum kunsthistorische Beachtung.

Bei den in vorliegender Arbeit erstmalig untersuchten halleschen Bauwerken handelt es sich um drei Freimaurerlogen jeweiliger Obedienz der christlichen Großlogen Preußens und um eine Loge des unabhängigen Ordens der Odd Fellows. Sie sind heute als Tschernyschewskij-Haus, als Thaliatheater, als Geowissenschaftliches Institut und als städtische Puppenbühne bekannt.

Neben einem geschichtlichen Abriß wird ein Einblick in die Besonderheiten des Logenbaues und zu städtebauliche Kriterien gegeben. Der Katalogteil stellt die einzelnen Logenbauten mit ihrer Baugeschichte, ihrer äußeren und inneren Gestaltung sowie deren meist bundesangehörige Baumeister vor.

Die subjektiv psychologische Wirkung von Symbolen dient der Freimaurerei im Sinne einer „plastischen Religionsphilosophie“ der Vergegenwärtigung philosophischer und transzendentaler Vorstellungen. Es handelt sich dabei um allegorische Darstellungen und Embleme, idealisierte Ordnungs- und Zahlsysteme, Lichtmetaphorik sowie dem Bauhüttenwesen und der Architektur entlehnte Sinnbilder, in der die Überlieferung des Salomonischen Tempels eine zentrale Rolle spielt. Am Paradigma Logengebäude wird dargelegt, wieweit noch im als „entgöttert“ geltenden entwickelten Industriezeitalter traditionelle Bauformen nicht nur um ihrer dekorativen Wirkung oder ihres historisierenden Bezuges willen verwendet wurden, sondern auch mit esoterischem Wissen unterlegt werden konnten. Besonders durch mit dieser Tradition via Logenangehörigkeit vertraute Architekten wurde dieses Kulturwissen auch gestalterisch wirksam.

Zum Autor

Gerhard Richwien, geb. 1958, arbeitet als freiberuflicher Restaurator und Kunsthistoriker in Halle/S.. Sein besonderes Interesse gilt dem Korporations- und Logenwesen und seiner kulturellen Darstellung.



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