Dissertation: Psychologische Rhetorik für Juristen

Psychologische Rhetorik für Juristen

Evaluation eines sozialpsychologisch fundierten Trainingsprogramms

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 74

Hamburg 2001, 270 Seiten
ISBN 978-3-8300-0340-3 (Print)

Juristen, Körpersprache, Persuasion, Plädoyergestaltung, Psychologie, psychologische Rhetorik, Rhetorik, rhetorisch, Verteidigungsplädoyer

Zum Inhalt

Im Gegensatz zur klassischen Rhetorik bietet die Sozialpsychologie empirisch fundierte Erkenntnisse zur Wirksamkeit sprachlicher Präsentationstechniken. Aus empirisch gut belegten Theorien und Modellen der Sozial-, Sprach- und Kognitionspsychologie lassen sich wertvolle Anregungen für argumentative Vorträge oder Redebeiträge ableiten.

Im Rahmen eines eineinhalb- bis zweitägigen Trainingsprogramms wurde Juristen ein Überblick über sozialpsychologische Theorien und Modelle gegeben, die für die rhetorische Gestaltung von Plädoyers genutzt werden können. Am Beispiel der sprachlichen Gestaltung eines Verteidigungsplädoyers sollten die Trainingsteilnehmer die Umsetzung der sozialpsychologisch fundierten Empfehlungen üben.

In einem Vortest-Nachtest-Design mit Kontrollgruppe wurde der Lerneffekt dieses verbalen Trainingsprogramms evaluiert, um dessen Eignung unter verschiedenen Gesichtspunkten zu prüfen. In der Kontrollgruppe wurden nützliche Empfehlungen zur Gestaltung der Körpersprache trainiert.

Das Trainingsprogramm erweist sich im Rahmen dieser ausführlichen Evaluation als äußerst erfolgreich. Die Teilnehmer, vornehmlich Staatsanwälte, Richter und Rechtsreferendare, bewerten das Trainingsprogramm nicht nur positiv, es zeigen sich auch konkrete Lerngewinne sowohl auf der Wissens- als auch auf der Verhaltensebene. Die trainierten rhetorischen Mittel werden nach dem Training deutlich besser erkannt und im Rahmen einer Plädoyergestaltung vermehrt umgesetzt.

Schließlich erzielen rhetorisch geschulte Plädoyers auch die erwartete Wirkung auf Juristen: Rhetorisch trainierte Verteidigungsplädoyers zu dem gleichen strafrechtlichen Fall erzielen deutlich niedrigere Strafurteile und häufiger eine Strafaussetzung zur Bewährung als rhetorisch untrainierte Verteidigungsplädoyers.



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