Dissertation: Das deutsche Lehngut im Französischen als Zeugnis für den Wissenstransfer im 20. Jahrhundert

Das deutsche Lehngut im Französischen als Zeugnis für den Wissenstransfer im 20. Jahrhundert

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 46

Hamburg , 702 Seiten

ISBN 978-3-8300-0308-3 (Print)

Zum Inhalt

Nachdem eine erste Untersuchung für das 19. Jahrhundert bereits ca. 800 Entlehnungen aus dem deutschsprachigen Raum ins Französische herausgefunden hatte, kann der erste Versuch für das 20. Jahrhundert auf rein lexikographischer Basis schon fast die doppelte Anzahl vorweisen. Angesichts zunehmender Präponderanz des Englischen war dieses Ergebnis, das eine Fundgrube für das interdisziplinäre Studium des Wissenstransfers darstellt, nicht unbedingt zu erwarten.

Die innerhalb von Großkapiteln (Geisteswissenschaften und Kultur; Mathematik; Naturwissenschaft und Technik; Medizin, Psychiatrie, Psychologie; Ökonomie, Handel und Gewerbe; Militärwesen; Sport; Sonstiges) nach einzelnen Sachgebieten gegliederten Entlehnungen werden anzahlmäßig von Psychoanalyse, Psychologie, Philosophie, Geschichte und Politik sowie Sprachwissenschaft angeführt, aus denen jeweils zwischen 100 und 200 Wörter ins Französische entlehnt wurden, und reichen in zahlenmäßig abnehmender Bedeutung über Sport, Biologie, Medizin, Kulturbereich, Biochemie, Geowissenschaften, Militärwesen und Physik, mit jeweils zwischen 50 und 100 Entlehnungen, sowie Technik, Gastronomie, Musik, Chemie, Zoologie, Ökonomie, Mathematik, mit jeweils zwischen 20 und 50 Entlehnungen, bis zu nur am Rande vertretenen Gebieten wie Botanik oder Mode.

Der zeitliche Höhepunkt der Entlehnungen liegt vor dem Ersten Weltkrieg und zwischen beiden Kriegen, während danach die Zahl der Entlehnungen, teilweise aber sicher auch quellenbedingt, geringer ist. Einleitend zu den einzelnen Gebieten werden zum Sprachmaterial sachgeschichtliche Informationen gegeben, und bei jeder Entlehnung kommen nach Möglichkeit weitere, spezielle wort- und begriffshistorische Ausführungen hinzu, die Herkunft und Transfer erklären helfen. Aufgrund der Komplexität des Sprachmaterials, das u.a. die fehlende Systematik in der Lexikographie offenkundig werden lässt, werden in einem abschließenden Kapitel insbesondere Grenzfragen sprachlicher Entlehnung gestellt und die bisher üblichen Kategorien von sogenanntem äußeren und inneren Lehngut einer kritischen Prüfung unterzogen. Daraus ergaben sich weiterführende Gedanken für die Diskussion über - sprachliches Lehngut.

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