Forschungsarbeit: GeRechte Sühne?

GeRechte Sühne?

Das Konzentrationslager Flossenbürg: Möglichkeiten und Grenzen der nationalen und internationalen Strafverfolgung von NS-Verbrechen

Studien zur Zeitgeschichte, Band 21

Hamburg 2001, 198 Seiten
ISBN 978-3-8300-0192-8 (Print)

Flossenbürg, Geschichtswissenschaft, Justizgeschichte, Konzentrationslager, Kriegsverbrechen, Militärgericht, NS-Verbrechen, Strafverfolgung, Vergangenheitsbewältigung

Zum Inhalt

Am 12. Juni 1946 begann in Dachau das KZ Flossenbürg-Hauptverfahren. Mit der Durchführung war ein US-amerikanisches Oberes Militärgericht beauftragt. Fast zeitgleich begannen auch die Oberpfälzer Landgerichte gegen die KZ-Verbrecher zu ermitteln. In dieser Studie wird die amerikanische mit der westdeutschen Vorgehensweise verglichen, und es werden die jeweiligen Problembereiche analysiert. So entsteht ein Einblick in die justitielle Vergangenheitsbewältigung und in die Befindlichkeit der westdeutschen Gesellschaft.

Der Verfasser beschäftigt sich vor allem mit drei Fragen:

  • 1. Welche Maßnahmen ergriffen und welche Ziele verfolgten sowohl die US-amerikanischen als auch die bundesdeutschen Strafverfolgungsbehörden gegen die Kriegsverbrecher/NS-Verbrecher des KZ Flossenbürg?
  • 2. Welche Problemfelder ergaben sich einerseits in formell- und andererseits in materiell-juristischer Hinsicht aus beiden Verfahrensweisen?
  • 3. Bestanden zwischen beiden Verfahrensweisen Wechselwirkungen? Wenn ja, wie sahen sie aus und wie wirkten sie aufeinander?

In vier Untersuchungsbereichen werden diese Leitfragen beantwortet. Im ersten wird das System der KZ zum Gegenstand der Betrachtung. Dieses Kapitel hat vornehmlich die Funktion, eine Einführung in den Verbrechenstatort Konzentrationslager zu geben.

Die Strafverfolgung der NS-Verbrechen im Zusammenhang des KZ Flossenbürg durch die US-Amerikaner umfasst den zweiten Bereich. Darin werden die Voraussetzungen, Maßnahmen und Rechtsgrundlagen erörtert, die zu einer Strafverfolgung führten sowie der Verlauf des Prozesses und seine Ergebnisse untersucht.

Johannes Tuchel erklärt in einer seiner Thesen, dass die Auswertung der deutschen Justizunterlagen immer erst im Anschluss an die Untersuchung der Gerichtsverfahren der Alliierten auf deutschem Boden erfolgen sollte. Diese Empfehlung befolgend, wird im dritten Untersuchungsbereich die Strafverfolgung durch die Justizorgane der Bundesrepublik Deutschland behandelt. Auch hier werden Voraussetzungen, Maßnahmen sowie Rechtsgrundlangen beschrieben.

Im letzten Untersuchungsfeld werden die Grenzen der Strafverfolgung gegen staatlich gelenkte Kriminalität erforscht. Die Problemzonen, aber auch - in geringerem Maße - die Möglichkeiten der jeweiligen Verfahrensweise werden einer separaten Betrachtung unterzogen. Ein Vergleich beider Konzepte trägt zu dem Gesamtbild bei.



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